Finnsub FLY side angeschaut

Hallo zusammen,

ich habe mir heute auf der Boot mal die einen oder anderen Sidemount Jackets angeschaut.
Alle hatten irgendwie Vor- und Nachteile, insofern ich das mit mein jetzigen Kenntnisstand feststellen konnte.
Eins ist aber irgendwie herausgestochen, das FLY side von Finsub.
Gibt es da irgendwelche Erfahrungen mit diesen Jacket?

Servus,

Roby hatte es vor einiger Zeit mal getestet:

sidemount-tauchen.com/2015/0 … b-flyside/

Viele Grüße
Jo

Vielen Dank für den Hinweis.
Das ist ein sehr hilfreicher Bericht und bestätigt meinen Eindruck.

Mir stellt sich aber die Frage, reicht die Blasengröße aus beim Tauchen hier in Deutschland (mit Trocki&Co)?
Ich hab halt den Gedanken, da Aluflaschen nicht so ein negativen Aufrieb haben wie Stahl, ist eine kleinere Blase gegenüber einer normalen Ausrüstung ausreichend.
Ist dieser Gedanke in der Praxis richtig?

Mit Alu´s hast du am Anfang des Tauchganges auch Abtrieb, hinterher leichten Auftrieb.
Kurzum du musst etwas mehr Blei mitnehmen um das bei leeren Flaschen wieder auszugleichen.
Was dadurch natürlich am Anfang eher zu zuviel Abtrieb führt.

Daher bräuchtes du sogar bei Alu´s eine etwas größere Blase da mehr Blei und Abtrieb zu Anfang an Bord

Ansonsten lies dir mal die ganzen Beiträge unter Flaschenwahl durch. Da haste erstmal genug zu lesen. :grin: :wink:

Vielen Dank.
Die Bleimenge ist die eine Sache was aber mich auch beschäftigt ist die Blasengröße.

Wenn du damit auch mal im Meer tauchen willst, dann sind die 12L(?) Auftrieb schon sehr wenig. Bei Welle wirst du dir schnell ein bisschen mehr Auftrieb wünschen, selbst wenns zu tauchen reicht. Im See ist das, aber nicht so wichtig.
Das 2. ‚Problem‘ ist, dass das Fly den Auftrieb über dem Blei und direkt auf dem Rücken hat und damit das Profil nicht gerade flach ist. Viele von diesen Systemen sind mit Blei und halb voller Blase auch nicht viel flacher (wenn überhaupt) als ein Doppelpack. Das ist aber eigentlich auch egal, wenn du nur im See tauchen willst. Ob es den Wasserwiderstand verschlechtert, weiß ich nicht, bin es selber nicht getaucht.

SMS50, Tecline, Diamond, Flyside usw. sehen für mich alle so aus, als ob der Hersteller sich nicht viele Gedanken gemacht hat und einfach nachbaut.

Ich glaube auch, dass du bei Harness Systemen die über 500 oder 600 Euro kosten für den Namen bezahlst, da ist nämlich nicht viel dran und Entwicklungsarbeit gibt es normalerweise auch nicht wirklich, wenn man das Prinzip einfach nachbaut.

Wenn ich mir jetzt ein Harness System kaufen wollte, dann würde ich mir wohl ein Diamond aus den USA bestellen, die werden da nämlich seit einiger Zeit für unter 400 Dollar verrissen.

Den Auftrieb der Blase brauchst du nur um das Gasgewicht auszugleichen, ob du das Gas in Alu oder Stahl mitnimmst macht keinen Unterschied. Du braucht mit Alu mehr Blei, aber nicht mehr Auftrieb.

Die Blase sollte einen im Freiwasser auch mit Gerät bequem über Wasser halten können, gerade bei Bootstauchgängen oder ungeplanten Freiwasseraufstieben ist das sehr hilfreich.
Alles unter 15-18l Auftrieb würde ich für das Freiwassertauchen als nicht sinnvoll erachten.

Richtig trotzdem ist man am anfang eher „überbleit“ um sich hinterher mit leeren Flaschen noch auf Tiefe halten zu können.

Verstehe nicht was daran falsch ist, mehr Blei bei gleicher Gasmenge bedeutet man benötigt mehr Auftrieb um da am anfang gegen wirken zu können.
Wenn der Auftrieb der Blase ausreicht ist es gut, aber definitiv nicht immer gegeben.

Die kommen dann am Tauchgangsbeginn noch zusätzlich hinzu. Da wird es mit einer 12-14l Blase ohne Trocki schön recht eng.

Gerade im Trocki muss man noch mehr ausgleichen. Zumindest war es bei mir ca. 4 KG Süßwasser.
Kroatien 2 x Alu waren es insgesamt 2KG in der BP mit Neopren und Salzwasser.

Ja, du brauchst aber mit Alu nicht mehr Auftrieb als mit Stahl.

Servus,

ich stell mal ein Bild ein, wenn die Blase voll aufgepumpt ist. Die macht bei Weitem nicht den gleichen Buckel wie u.a. das Razor. Dies ist bauartbedingt durch die 3-D-Konstruktion massiv eingeschränkt. Das ist es, was Du bei anderen Systemen nicht hast - diesen Ziehharmonika-artigen Innenaufbau. Davon abgesehen streben wir alle ja eine waagrechte Wasserposition ein, da sollte sich das noch viel weniger zeigen.

Ich bin mit 2x12L Stahl und 2 Stages und Trocki in Kroatien (Wracktauchgang) im Salzwasser gewesen. Der Auftrieb genügte mir - und trotz der Wellen hatte ich absolut keine Probleme mich entspannt an der Oberfläche zu halten.

Mehr Auftriebsvolumen ist immer gut - wenn gut gelöst und sorgfältig verteilt :smiley:

Fazit: Ich mag das System, denn es bietet mir den gewünschten Komfort und deckt etwas mehr als 95% meiner Tauchgänge ab. Das schlanke Gewicht und die kompakte Größe macht es auch reisetauglich. Und für die letzten möglichen 5% habe ich vier weitere Systeme - Spezialisten eben :smiley:

Klar, die Blase vom FS ist ja auch nur halb so groß. :grinning:

Wenn es nicht mehr sein muss - ist das Legitim.

ABER: Von Deinen 15-18L propagierten MIndestgröße ist das nicht die Hälfte :smiley: Und Pauschal zu urteilen, dass das Ding nen Buckel macht, ist auch kurz gedacht.

Wer jenseits der 40m viele Gase und lange TG plant, für den muss das nicht die erste Wahl sein. Aber da sind wir wieder im Detail - ein Sporttauchjacket ist halt auch nicht D12-kompatibel. Die Einsatzgrenzen und -optionen ergeben sich aus den Möglichkeiten und der tatsächlichen Nutzung.

Naja, das Problem ist doch immer das Gleiche, x Liter Volumen musst du halt irgendwo am Körper verteilen. Bestenfalls kannst du es bei einem nur-Rücken-Wing gleichmäßig über den Rücken verteilen, aber viel Platz ist da nicht und somit wird das Kissen dann dementsprechend dick.

Die 16-18 Liter brauchst du IMHO um ein bisschen Reserven zu haben, wenn du bei Welle mal ein paar Meter an der Oberfläche schwimmen musst. Mein SMS100 hat ‚angeblich‘ 18 Liter (wohl eher unter 16, oder noch weniger) und ich finde die Wasserlage an der Oberfläche lässt schon zu wirklich zu wünschen übrig, obwohl ich eigentlich schon relativ viel ‚Eigenauftrieb‘ habe mit 188cm gehe ich nämlich steil auf die 100 kg zu. Ich könnte mit 12 Litern und D12 hier in der Ostsee auf jeden Fall tauchen, aber an einer unruhigen Oberfläche wäre mir das echt zu wenig.
Gerade wenn man noch nicht so lange taucht und wenn man Wellen nicht gewohnt ist, dann finde ich es wichtig, dass die Leute eine gut Lage an der Oberfläche haben. Gerade auch weil ich viel SM Taucher sehen, die keine abwerfbares Blei benutzen, was man im Übrigen auf keinen Fall machen sollte.

Weil ich jetzt schon so viel Zeit damit verbracht habe meine eigenen Rigs zu bauen, frage ich mich halt immer, was sich die Leute dabei gedacht haben als sie Dinger wie das Finnsub, das Seac oder das Scubapro ‚entwickelt‘ haben. Ich verstehe halt nicht, wie Leute auf so ein Design kommen, wenn andere eigentlich schon besser gemacht haben.
Ich glaube immer noch, dass die meisten SM-Rig Designer überhaupt kein oder nur super selten selber SM tauchen.
Man sollte auch, IMHO, als Kunde kritisch sein, gerade wenn jemand 600-700 Euro für so ein Ding haben will.

Grundsätzlich kann man aber sicherlich mit jedem Rig auf dem Markt tauchen gehen.
Am besten halt immer selber ausprobieren.

@bent: Genau so sehe ich das auch: Ausprobieren und nach Bedarf und Geschmack wählen. Die eierlegende Wollmichsau gibt es noch nicht. Wenn Du diese entwickelt hast, und Du verwendest ja einige Energie darauf, bin ich gern dabei :smiley:

Ist im Prinzip eigentlich schon fertig, ich baue gerade den 2.0 Prototypen den ich auch in kleiner Stückzahl bauen lassen will. Ein bisschen Interesse gabs schon aus den USA. Ne erste sehr kleine Charge werde ich da sicher los und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es den Leuten gefallen wird. Bin gerade dabei einen Produzenten zu suchen (und sieht auch ganz gut aus), das ‚Problem‘ ist halt nur, dass es sich nicht lohnt sehr kleine Stückzahlen produzieren zu lassen (ist ne plus/minus null Nummer) und dass man ja in der EU nach DIN EN 1809 prüfen lassen muss um das CE Zeichen anbringen zu dürfen… und ob sich es sich lohnt sowas für den kleinen SM Markt zu machen, ist halt noch ne andere Frage. Ohne CE Kennzeichnung darf man in der EU ja nichts in den Verkehr bringen.

Von der Funktion bzw. von den Features wie Profil, Bleiintegration, Auftrieb usw. schlägt mein Rig auf jeden Fall ‚die üblichen Verdächtigen‘ auf dem Markt.

Wegen CE-Zertifizierung kannst mal DiverTom angehen (Bösinghoven, Sidemount-Schmiede)… der hat für sein System echt ne kleine Summe in die Hand nehmen müssen. Vielleicht bekommst Du ja seinen Kontakt :smiley:

Ach was? Das hat er machen lassen? Ich dachte der Verkauft das nur über facebook so als ‚Bausatz‘.
Ich habe noch nicht mal Preise angefragt, ich dachte halt nur, dass es mindestes ein paar K sind, wenn jemand in ner Prüfstelle einen Stempel in die Hand nimmt. Ich hatte jetzt nur mal beim TÜV Rheinland angerufen und da haben sie mir gesagt, dass die 1809 nicht machen, obwohl es bei denen auf der Homepage steht.
Danke für den Tipp, ich werde mich die Tage noch mal ans Telefon hängen.

Vielen Dank für die Antworten und Gedankengänge.

Ich merk schon, ich komme nicht drum rum verschiedene Systeme zu testen. :smiley: