Danke für die Beobachtung — und ja, der Effekt ist physikalisch durchaus plausibel: Masse bilateral auf Hüfthöhe vs. ein Block hinterm Rücken ergibt ein anderes Trägheitsmoment um die Rollachse.
Ich hatte im Artikel aber bewusst Szenarien beschrieben, in denen ich BM trotzdem vorziehen würde — echtes Deko-Profil mit vollem Gasvolumen, Dünung die schnellen Ein-/Ausstieg fordert, mehr als zwei Stages, strukturierter Bootsaufstieg nach anstrengendem Tauchgang. In diesen Situationen überwiegen für mich die BM-Vorteile — unabhängig vom Rollverhalten an der Oberfläche.
Beide Systeme haben ihren Platz. Der direkte Vergleich unter kontrollierten Bedingungen wäre interessant.
Sehr interessanter Artikel und super gut analysiert, hier wird wirklich neutral verglichen und erklärt. Ich gehöre zu der Gruppe die Sidemount taucht, weil das Doppelgerät bzw. Einzellflasche mit dem Rücken nicht mehr harmonierte. Ich persönlich finde das sich Sidemount im Wasser sehr entspannt und frei anfühlt, und auch mit dem Beachrolley ist das Alles super. Im Backmount ist aber für mein Empfinden gerade auf dem Boot das Handling einfacher, komplett fertig angezogen und rein, noch eine Stage im Wasser dazu eingehängt und es geht los, Ausstieg genauso egal ob Wellengang oder nicht. Ich lege die Flaschen erst im Wasser an und auch wieder ab und das ist nur bei ruhiger See chic. Für mich Sidemount mit 2 Flaschen eine feine Sache, mit Dekogasen dazu finde ich es Backmount einfacher und übersichtlicher.
Gerade die Einordnung SideMount erst nach Cave 2 zu nutzen, wenn man in BackMount nicht weiter kommt, finde ich gelinde gesagt gefährlich.
Diese Taucher sind gut, tauchen auf hohem Niveau mit ihrer vertrauten Ausrüstung.
Aber jetzt, wo diese Ausrüstung die Limitierung ist, auf ein anderes Werkzeug umzusteigen, welches sich im Handling doch merklich unterscheidet, ohne dazu wirklich Basics zu vermitteln, kann nicht der richtige Weg sein.
GUE legt viel Wert auf Skills, Wiederholungen, Muscle-Memory!
Wo ist das hier?
Sorry - nein - FALSCH !
5 Tage intensives Basic-SideMount-Training, gerne mit steigenden Anforderungen. Auch mal eine Stage dazu nehmen, aber wirklich Drill-Training.
Erst dann das in der Höhle einzusetzen, wäre ein deutlich sicherer Weg.
Ich habe schon SideMount-Einweisungen für versierte (Tec-)Taucher gemacht und auch die haben festgestellt, dass sie dann ganz schnell nicht mehr in ihrer Komfortzone sind und dann auf einmal schnell der Task-Load zu hoch ist, weil eben noch keine Gewöhnung da ist. Und dann fangen auf einmal auch verhältnismäßig einfache Übungen an schief zu gehen.
Nimmt man sich die Zeit für die Basics, läuft das problemlos!
Die Übung der Boot-Crew im Umgang mit SideMountern ist da ganz wichtig.
Und medizinisch betrachtet kann SideMount unter widrigen Bedingungen gerade bei Deko-TGs eine eher gute Wahl sein.
Am Ende vom Deko-TG sich mit der D12 die Leiter auf das Boot hochzuquälen ist einfach falsch.
In Sidemount lege ich alle 3 bis 4 Flaschen nacheinander am, hänge die an ein Seit am Boot ein, mit dem die hochgezogen werden. Und wenn ich dann nur mit dem Wing und dessen Blei die Leiter hochsteige ist das einfach gesünder.
Ja, es kostet Übung, im Zweifelsfall würde ich vielleicht auch auf einen TG verzichten, aber mit D12 würde ich viel eher NEIN sagen.
Bei uns im Verein haben wir tatsächlich fast alles vertreten, meine Lieblings-Buddine mit Mono8 unterwegs, ich Sidemount, mein Lieblings-Buddy nun auch bald mit Sidemount, mein Kumpel mit dem ich Sidemount Kurs gemacht hab, der nun aber den Fundi bei GUE gemacht hat, sogar einen Rebreather Taucher von GUE haben wir bei uns
Danke für die vielen Antworten. Meine Frage nach Sidemount und GUE hat scheinbar die Gemüter bewegt. Ich finde es schön, dass wir das Thema sachlich diskutieren können.
Ich habe das Problem für mich so gelöst, dass ich meinen Tek Essentials Kurs bei einem GUE-Tauchlehrer gemacht habe, der den Kurs über IANTD in Sidemount brevetiert hat. Die Qualität war super, aber ich hätte gerne den Anschluss an GUE gefunden, da die Kursqualität berechenbarer ist. Natürlich hängt die Qualität der Ausbildung im Endeffekt am individuellen Tauchlehrer.
Und natürlich ist es auch so, dass Sidemount nicht immer das Mittel der Wahl ist. Wenn ich kleine Tauchgänge mit einer Tauchbasis mit 12 l Flasche mache, nehme ich auch das „kleine Besteck“ im Sinne von xDeep Ghost. Da will ich keine zwei Flaschen durch die Gegend schleppen, wenn ich am Ende des Tauchgangs schon die eine 12 l Flasche wieder mit 90 bar aus dem Wasser trage.
Ich habe mal wieder was geschrieben.
Diesmal darüber, wie man vom OWD zum Sidewinder kommt, ohne unterwegs geistig oder körperlich zu implodieren.
Falls ihr also wissen wollt:
• warum der Sidewinder kein „Shortcut“ ist
• warum viele schon beim Tarieren scheitern, bevor sie überhaupt Schläuche sehen
• und warum der Weg wichtiger ist als das glänzende Gerät am Ende
…dann schaut rein.
Ist wie immer: ehrlich, direkt und ohne esoterische Tauch‑Weisheiten.
GUE Fundamentals oder TDI Intro to Tech? (oder: warum das die falsche Frage ist)
„Sidemount ist doch Tech light" und „GUE oder TDI?" — diese zwei Sätze höre ich ständig, meist im selben Gespräch. Ich habe das mal sauber auseinandersortiert: Voraussetzungen, Ablauf, wohin die beiden Wege danach führen — und warum am Ende weniger der Verband auf der Karte entscheidet als die Konfiguration, in der du lernst, und der Maßstab, an dem du gemessen wirst.
Mit den nüchternen Tabellen (Prereqs, Tiefen, Doppelgerät- und Trocki-Erfahrung), damit man nicht raten muss.
Mich interessiert eure Sicht: Backmount oder Sidemount — wie seid ihr in die Tech-Welt eingestiegen, und würdet ihr es nochmal so machen?
@JP > Hallo JP, danke — und für mich ist genau dein Satz der Kern der ganzen Debatte: Die Qualität hängt am Ausbilder, nicht am Logo. Dass dein Tek Essentials gut war, nehme ich dir sofort ab.Es gibt von uns genau 3 in Deutschland die das so ausbilden. Bin also recht sicher bei wem du warst
Was du mit „berechenbarer" beschreibst, ist aus meiner Sicht weniger ein GUE-Etikett als eine Frage der Standardisierung — gleiche Prozeduren, gleiche Erwartung an Trim, Tarierung und Gasmanagement, jedes Mal. Genau diese Strenge nehme ich aus meiner eigenen GUE-Ausbildung mit in den TDI Intro to Tech, den ich in Sidemount unterrichte. Ehrlich bleibt dabei: Ein GUE-Sidemount-Brevet ist das nicht — das gibt es vor Cave 2 schlicht nicht —, sondern ein TDI-Kurs mit GUE-Haltung. Den „Anschluss an GUE" im Sinne eines Stempels stellt das nicht her; den Maßstab dahinter aber sehr wohl.
Danke dir. Hamburg ist weit, aber die A7 hört ja nicht in Schwetzingen auf — für ein Wochenende im Wasser fahren Leute schon längere Strecken.
@Lemmi Im Gegenteil — passt sogar erstaunlich gut. Die halbe GUE-Schule besteht doch aus „always look good": sauberer Trim, aufgeräumtes Rig, nichts baumelt. Und genau da liefert Sidemount ab — zwei Flaschen ordentlich angelegt sehen einfach verdammt gut aus. Brevet bleibt trotzdem TDI, aber der Look kommt aus der richtigen Schule.
Dass das passt, steht ausser Frage. Gerade weil GUE ja viel Wert auf saubere Ausführung legt.
Ich habe nur darüber gelästert, wie hochnäsig GUE erst SideMount abgelehnt hat und dann auf einmal SideMount als DIE Lösung propagiert, wo BackMount nicht mehr geht - dass dann aber ohne die wichtigen Basics machen will.
Da kann man nur hoffen, das GUE dann genug richtig Gute SideMount-TLs findet, die diesen Fauxpas mit Ihrem Können ausgleichen.
Diejenigen, die glauben, der Trigger sei das Wichtigste am Scooter.
Diejenigen, die schon einmal versucht haben, mit schlechtem Trim, fragwürdiger Awareness und einem hektischen Gasmanagement einen DPV zu fahren.
Die zweite Gruppe weiß: Der Trigger ist der einfachste Teil.
Im neuen Artikel geht es darum, warum Scooter-Tauchen nicht bei der Maschine beginnt, sondern bei den Grundlagen. Awareness, Gasplanung, Notfallmanagement, Leinenarbeit, Trim und Tarierung werden durch einen DPV nicht weniger wichtig – eher das Gegenteil.
Der Scooter macht aus einem schlechten Taucher keinen guten. Er sorgt nur dafür, dass die Fehler schneller am Ziel ankommen.
Viel Spaß beim Lesen. Widerspruch, Zustimmung und die üblichen „früher sind wir mit einem Aquazepp und 8 Litern durch Frankreich gefahren“-Geschichten sind wie immer willkommen.