Trockentauchen mit Sidemount

Hallo!

Ich bin ganz neu beim Thema Sidemount und neu hier im Forum. Im Urlaub bin ich Sidemount Tauchern begegnet und war fasziniert. Seitdem belese ich mich zu diesem Thema und werde demnächst ein Schnuppertauchen machen.

Der Grund um auf Sidemount umzusteigen wäre, nicht mehr so viel Gewicht zum See zu schleppen. Besonders mit dem Trocki. Jetzt bin ich auf eine Tabelle mit Auftrieb verschiedenster Tauchflaschen gestoßen. Mit meinem Trocki, Sport-Wing und kurzer 12er Stahlflasche nehme ich 12-14kg Blei mit. Je nach Dicke des Unterziehers. Würde ich Sidemount mit zwei 7er Aluflaschen tauchen, müsste ich ja laut Tabelle vier Kilo Blei zusätzlich mitnehmen, um den Auftrieb der leeren Flaschen zu kompensieren. Da wäre ich ja noch schwerer statt leichter unterwegs. Auch andere Flaschen würden mir das Bleigewicht nicht wirklich verringern. Macht Sidemount im Trocki eigentlich Sinn?

Ich freue mich auf eure sachlichen Antworten.

CharlyZero

Hallo @CharlyZero

Du musst ja nicht mit 2 x 7 l Aluflaschen tauchen gehen. IMHO machen Aluflaschen beim Sidemount-Tauchen im kalten Wasser wenig Sinn. Ich tauche mit 2 x 12 Faber Stahlflaschen und 7 - 9 Kilo Blei. Anders als ein Sportjacket hat ein Harness mit Blase einen vernachlässigbaren Auftrieb (keine Polsterung, keine Aufnahme für die Flasche).

Einfach mal ausprobieren.

Liebe Grüße Jens

Hi Charly, willkommen -

gesucht? gefunden!

Eine kurze 12er ist nicht die abtriebsfreundlichste ihrer Art. Aber gebraucht gut erhältlich und eigentlich nur für Menschen mit kurzem Rücken interessant - für SM aber ungeeignet…

Benutz mal bitte die Suche oben rechts, da gibts ordentliche Infos bezüglich Flaschenwahn und -ideologien..

welche Tabelle?

pro Stahl, contra Alus…

Wo soll denn die Reise hingehen? reichen bereits 2x7 (traum an Land und im Wasser und günstig gebraucht) oder 2x8,5 Stahl? 10er Stahl sind super handlich an Land und Tarierung , lange 12er brauchst du kaum Blei aber teuer und du liegst wie auf Schienen?

wo kommste denn her?

staade Zeit :xmas:f-pulse:

Stunni

Ich hab 2 7l 300bar Flaschen und brauch dann kein Blei im Winter oder wenns kalt und tief geht hab ich 1-2kg Komfortblei dabei, damit ich bisschen mehr Luft in den Trocki machen kann.

Hier bei uns brauch man nicht unbedingt Alu Flaschen.

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Danke für eure Antworten!

Ich versuche mal auf alles zu antworten…

Ich hatte diese Tabelle herangezogen: dekostop - Tauchflaschen - Dimensionen, Gewicht und Auftrieb

Klar ist eine kurze Zwölfer nix für Sidemount. Ich hätte mich von einigen getrennt und zwei Sidemount Flaschen gekauft. Aber laut der Tabelle hat die 12er einen mords Abtrieb. Der dann erstmal ausgeglichen werden will.

Prinzipiell reichen mir die zwölf Liter zum spazierentauchen. Meine Tauchpartner haben das Gleiche. Also war der Gedanke da, zwei 7er zu nehmen. Ich hatte an Alu gedacht, weil… ja, weiß nicht. Die sind preislich attraktiv. Vom Gewicht her mit der 12er Stahl vergleichbar (an Land). Eigentlich war der Sidemount Gedanke ja, leichter unterwegs zu sein. Und da wollte ich jetzt keine Stahlbomben ans Wasser schleppen. So die Vorstellung.

Ja, mein fein gepolstertes Sport Wing wird schon Auftrieb haben. Keine Ahnung wieviel.

Ach ja, ich tauche in der Gegend um Speyer. Am Baggersee. Also müssen die Flaschen vom Auto dahin und auch ein paar unschöne Stufen ans Wasser. Bin da noch skeptisch ob Sidemount da einen Vorteil bietet.

Aber, mit 1,65m ü50, im Trocki mit Blei und Flasche auf dem Rücken, mag ich das Trockentauchen immer weniger.

Über nen sackkarren nachgedacht? Hab so nen kleinen vom Baumarkt, da gehen meine 2x12 leicjtstahl easy drauf, schleppe dann nur 9kg auf dem Rücken, das is eigentlich ziemlich u gemütlich.

DaveDoc, an nen Sackkarren habe ich auch schon gedacht. Was machst Du mit dem während des Tauchganges?

Lass ich ihn am Ufer stehen, ist die Chance groß, dass ich mir öfter einen kaufen muss. Bring ich ihn zurück zum Auto, wären das je einmal mehr laufen.

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Was wäre denn die eierlegende Wollmilchsau an Tauchflasche? Also leicht zum Tragen an Land, wenig Auftrieb im Wasser, Luftmenge ähnlich einer 12er? Und vielleicht auch noch angenehm zu tauchen?

Je nachdem was du damit am Ende vor hast, geht die Reise oft in Richtung 10-12l. Bei kleineren Größen kann es passieren, dass du zwischen den TG nochmal auffüllen musst… Die Flaschen zur Oberflächenpause einfach am Ufer liegen lassen zu können ist einer der weiteren Vorzüge.

Wenn du fast ausschließlich in Baggerseen unterwegs bist, könnten 8,5l interessant werden, weil viel Abtrieb und dennoch handlich. 7l (Stahl) eignen sich für wirklich weite Laufwege, wie es oft an der Ostsee der Fall ist.

Danke Jenner. Ich hab jetzt mal selbst gegoogelt…

Zwei 7er Faber Flaschen, die mir vom Volumen reichen würden, hätten bei 50bar 2x250g Auftrieb. Kann das jemand so bestätigen? Keine Ahnung ob da das Ventil mitgerechnet ist. Das wären ca 3kg mehr als meine 12er.

Wie gesagt, 12l Luft reichen. Ich mache in der Regel einen Tauchgang mit gleich ausgerüsteten Buddies am See, mit mehr oder weniger langen Fußwegen und Stufen zum Wasser.

Wenn mit Faber die “Leichtstahl” Version gemeint ist, habe ich leider keine Erfahrungswerte. Die Standardausführung in 7l fängt, ähnlich wie eine Alu Flasche, kurz vor Halbzeit an am Fuß aufzusteigen und muss umgeklippt werden. Mit Ventil und erster Stufe ist die zum Ende ± neutral.

Da die geriggten Flaschen üblicher Weise unabhängig von der restlichen Ausrüstung zum Wasser getragen und erst im Wasser stehend angelegt werden, macht sich auch ein kg mehr oder weniger nicht so stark bemerkbar, wie mit der Flasche auf dem Rücken.

Wenn du aus der Speyer Gegend kommst melde dich einfach im neuen Jahr und wir unterhalten uns über Sidemount tauchen im Trocki in den heimischen Seen. Bist ja quasi vor meiner Haustür.

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Was das Verhalten der unterschiedlichen Flaschen im Wasser angeht, ist ein Thema das noch ein wenig in der Zukunft liegt. Ich weiß nicht ob mich das Leichterwerden einer Aluflasche stören wird. Oder das Umhängen der Flasche während des Tauchgangs.

Wobei ich mir schon Gedanken darüber mache, ob das ganze Gefummel mit Trockenhandschuhen gut funktioniert. Einhängen der Flaschen mit klobigem Handschuh und Ringsystem. Aber das wäre ja schon ein eigenes Thema.

CMM. Ich habe noch keinen Zeitplan. Auf der einen Seite würde ich am liebsten die Läden leer shoppen. Andererseits will ich auch nichts überstürzen.

Ich mache jetzt ein Schnuppertauchen im Schwimmbad. Hab das Glück einen Sidemount TL im Verein zu haben. Wenn mich das Schnuppern überzeugt, wird ein Kurs im Verein folgen. Evtl auch mal ne Fahrt ins Dive4Life. Aber wann das alles, weiß ich noch nicht.

Da kämpft halt die Ungeduld und alles sofort haben wollen, gegen die Vernunft das alles vielleicht erstmal im Nassanzug zu lernen.

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Jenner, ist das so, dass ein Kilo mehr oder weniger egal ist? Ist es einfacher, zwei Flaschen die Uferböschung runter und hoch zu schleppen, anstatt eine auf dem Rücken zu tragen?

Hallo Charly,

grundsätzlich: wenn du jetzt mit SM richtig anfangen möchtest, dann mache das bitte mit einem SM-erfahrenen und selbst SM-tauchenden Instructor. Er/sie erklärt dir die ganze Theorie, die kleinen Dinge (es ist eine ganze Menge), die großen Unterschied machen. Es sind sehr viele Stunden im Wasser vonnöten um mit Sidemount alle seine Vorzüge rauszuholen und es zu genießen. Ohne ordentliche fundamentale Grundlagen wirst du es dir unheimlich schwierig tun. Du wirst dich ständig was fragen, warum irgendwas nicht funktioniert wie es soll… Mit einer guten Basis an Grundwissen und ordentlich Stunden im Wasser werden sich alle deine Fragen aufeinmal von selbst beantworten ;–)

Aber nun mal kurz zu den Flaschen.

Sidemount ist sehr flexibel und vielseitig. Abhängig von der Umgebung in der du tauchst: Wasser, Salzgehalt, Temperatur, Anzug+Unterzieher, Anzahl der Tauchgänge die du planst, oder Länge der Tauchgänge, wählst du die bestmögliche Option für DICH aus (wenn du die Wahl hast). Dafür musst du natürlich wissen, wie sich die unterschiedlichen Flaschen IM WASSER verhalten und zwar: am Anfang, während und am Ende vom Tauchgang, wenn sie ihre 50 Bar erreicht haben. Du musst wissen was die Flaschen IM WASSER wiegen wenn sie voll sind und wenn sie am Ende 50 Bar haben.

Grundsätzlich Aluminium Flaschen haben deutlich mehr Auftrieb als Stahlflaschen. Es macht also keinen Sinn sie bei Kaltwasser mit Trocki und dieckem Unterzieher als Hauptflaschen zu verwenden. Das wäre total kontraproduktiv und du müsstest dich mit Unmengen an Blei beladen. Lass also die Flaschen für dich arbeiten. Bei dieser Kombi (Kaltwasser mit Trocki+dicker Unterzieher) sind 12L Stahlflaschen ideal, mittelschwer… diese sind so um die 13,4 kg schwer (draußen, diese Angeben sind auf der Flasche eingestanzt)… , z.B: 12L FABER , 232 Bar…

Es gibt unterschiedliche Stahlflaschen (selbst bei gleichen Größe) und sie verhalten sich im Wasser unterschiedlich. Du “lernst deine Flaschen richtig kennen” wenn du eigen Flaschen hast und einige zig Tauchgänge mit ihnen gemacht hast. Mit der Zeit wirst du wissen und merken was dir deine Flaschen “sagen”. Wenn du genug Erfahrung gesammelt hast, dann wirst du deinen Flaschendruck anhand der Bewegung und der Position der Flasche kennen und du wirst nicht auf deinen Fini schauen müssen (aber das solltest du natürlich auch).

Im Allgemein: Stahlflaschen haben weniger Auftrieb als Alus.

Die Aluminium Flaschen verwendet man als Stages (zusätzliche Flaschen, z.B für Deko-Gas)

Auch wenn du in den Tropen im warmen Wasser tauchst und einen dünnen Anzug mit kaum Auftrieb verwendest, würde man zu den Aluminium Flaschen greifen…

Es gibt viele Länder in den nur Ausschließlich Alu-Flaschen verfügbar sind, dann hat man natürlich kaum eine Wahl und man muss mit dem zurecht kommen was da ist….

Dein Instructor sollte dir alles ausführlich erklären und zeigen.

Ich hoffe das hilft,

Grüße

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Hallo Sam. Ja, ich kann Dir in allem zustimmen. Ich hab das schon erkannt, dass Sidemount sehr viel Zeit für Einstellungen braucht. Und einen erfahrenen Taucher der einen unterstützt, filmt und begleitet. Wie erwähnt, ich habe einen Sidemount TL an der Hand. Er wird mit mir Schnuppertauchen und den Kurs machen. Ob er Zeit zur intensiven Betreuung hat, muss ich sehen.

Ich will ihn halt nicht 24/7 mit Fragen löchern. Das mach ich dann erstmal hier im Forum. Lach.

Hab ja jetzt hier zb schon gelernt, dass die geplanten Aluflaschen nicht das sind was ich im Kaltwasser brauche.

Bei Deinem Satz „lass die Flaschen für Dich arbeiten“ ist mir etwas in den Sinn gekommen… in den Videos zu Sidemount Skills sieht man ja immer, dass die Flaschen nach vorne genommen oder ganz auf den Boden gelegt werden. Das funzt doch aber nicht, wenn ich die als „Blei Ersatz“ nutze, oder? Dann nehme ich mal an, dass diese Skills eher für Höhlen- als Sporttaucher gelten?

Auch in Höhlen und Wracks braucht man das eher selten.

Im Vergleich zu dem was man sonst voll aufgerödelt, dick und luftdicht eingepackt zum Wasser trägt, ja.

Auf der Schulter oder seitlich am Körper getragen ist man in normaler Haltung näher am Körperschwerpunkt. Wird das Gelände zu unwegsam, stellt man die Flaschen an dem Punkt ab und trägt sie einzeln weiter oder bildet eine Kette mit dem Buddy. Verliert man das Gleichgewicht, stellt man die Flasche wieder auf dem Boden ab und steht i.d.R. wieder sicher

Hallo

Das kann man machen. Aber warum sollte man das tun? Das braucht man allerhöchstens, wenn man durch Engstellen in Wracks oder Höhlen muss.

Okay, damit sind 12 l Flaschen etwas lang. Ich bin ca. 1,72 m groß und muss den Arm leicht anwinkeln, um die Flaschen nicht über den Boden zu schleifen.

Ein Ringsystem, wenn es nicht zu groß ist, ist kein Problem. Zu lange Handschuhe dagegen sind ein Problem. Und ja, hier hilft Übung und nochmal Übung.

Ich habe es im Nassanzug gelernt. Es auf Trockentauchen zu übertragen ging problemlos.

Liebe Grüße Jens

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