Wenn das Hobby zum Beruf wird

Hallo zusammen,

ich habe mir schon oft überlegt, lohnt es sich den „Büddel“ hinzuschmeißen, Frau und Kind zu schnappen und das Hobby zum Beruf zu machen? Verschwinden, weg aus dem kalten Deutschland und ab in ein Land in dem der ganzjährige Temperaturdurchschnitt nie unter 25°C liegt?

Klappt das? Kann man seine Familie davon durchbringen und wenn ja, welcher kapitaler Aufwand ist nötig? Fragen über Fragen die einem die Entscheidung nicht wirklich leicht fallen lassen.

Was meint Ihr, sollte Hobby besser Hobby bleiben oder doch der „Traumberuf“?

Auf eure Antworten bin ich gespannt.
Cheers Chris :nerd_face:

Interessantes Thema, das ich auch mal verfolgen werde!

Hi Chris,

interessantes Thema und um das Hintertürchen offen zu halten, habe ich damals den TL gemacht. In einigen Ländern wie Australien gilt so etwas ja sogar als Ausbildungsberuf :klugscheisser: , man höre, lache und staune. So ich also meinen Job verliere und bevor ich dann übergangsweise beim Mediamarkt Drucker verkaufe :rtfm: , heuer ich lieber als TL oder Guide wo an. Nette Idee, solange man alleine oder zumindest ohne Kind ist. Zumindest mit Kind ist das sicherlich aus sozialen und planerischen Gründen deutlich schwieriger, da man eben deutlich weniger flexibel ist was spontane Ortswechsel anbelangt. Stichwort Sprachbarriere, Kindergarten, Schule, das eventuell nicht vorhandene Interesse :nono: der Familie, hier die Zelte abzubrechen.

Schaut man sich die Stellenbörse, seien es offene Stellenbörsen oder die interne Stellenbörse im Pro-Bereich von SSI an, stellt man fest, dass man in den meisten Ländern auf der Welt als Divemaster o.ä. gar nicht antanzen braucht. Die wollen, damit sie spontan entweder Guiding und/oder Ausbildung machen können ohne sich zu überlegen, welchen Mitarbeiter sie wo einsetzen, meist gleich TLs und sonst nichts haben. In Urlaubsgebieten TLs der verbreiteten Organisationen PADI und SSI mit möglichst vielen Specialties, die sich dort ja wie geschnitten Brot verkaufen. Ist man also kein TL oder gar nicht einmal Divemaster, ist so ein Engagement meist nur als Traineeprogramm möglich, dh Arbeiten/Tauchen für Ausbildung zum TL/Divemaster mit eventuell noch kostenlosem Wohnen mit dabei.

Wenn Du wo anheuerst brauchst Du nicht unbedingt ein Startkapital. Wäre dann ja wie ein schlichter Wechsel zu einer anderen Firma hier im Lande. Kommt natürlich immer auf die Voraussetzungen an. Wenn Dir der neue Arbeitgeber sogar gleich eine Staffwohnung zur Verfügung stellt, ist es noch einfacher. In der Flieger setzen und dort anfangen zu arbeiten. Die Frage ist eher, reicht das Geld um sich (und ggf die Familie) dort (wo auch immer) durchzubringen? Was passiert mit Dingen in der Heimat, die man nicht abstellen möchte wie Rentenzahlungen, Versicherungen, Ratenzahlungen für Kredite? :gruebel:

Gibt natürlich noch weitere Überlegungen: Ist man der Richtige, jeden Tag so etwas zu machen oder gehen einem die Kunden schon nach wenigen Wochen oder Monaten mit den ewig gleichen Fragen und Problemen auf die Nerven? Wann wird das Umfeld (Tauchgebiet) langweilig? Sind die Arbeitszeiten (grob 7-8 Uhr morgens bis 17-20 Uhr abends, meist 6-7 Tage die Woche) etwas für einen?

Fragen über Fragen, und genau deswegen bin ich noch hier in Deutschland. :wink:

Viele Grüße,
Martin

Hey Jungs,

was soll ich sagen? Ob in Südfrankreich, Kroatien oder Ägypten… überall habe ich sehr gerne gearbeitet. Grundsätzlich ist Routine immer der Feind des Schönen. Aber: Wann ist die UW mit all ihren Wundern, Fauna und Flora je gleich? Dennoch ist ne Luftveränderung auch was schönes.

So einfach seine Zelte in D abbauen um auf TL zu machen ist nicht ganz Easy. Von Vorteil ist es sicher, wenn keine finanzielle Altlasten mitgeschleppt werden müssen. Dann klappt das sicher nicht so einfach.

Ein TL oder DCM verdient nirgendwo ein Vermögen. Dafür verabschiedest Du Dich von überflüssigem Balast wie unnützige Statussymbole. Du lernst schnell das Leben, das wahre Leben, zu schätzen. Gute Gespräche, lernst viele Menschen kennen. Nicht alle musst Du mögen… aber ein Einzelkämpfer darfst Du nicht sein. Sonst gehst kaputt. Kommunikativ ist klar ein Vorteil.

Aber was muss ein TL verdienen? Kommt ganz darauf an, wo man arbeitet und lebt. Auf den Malediven hast Du free Kost & Logis. Kurze Wege, geile Tauchplätze und klasse Wetter. Nur lange, ausgedehnte Spaziergänge mit Überraschungen an der ein oder anderen Wegegabelung darfst nicht erwarten. Ägypten ist auch wunderbar was das Thema günstige Lebenshaltungskosten angeht.

Was muss verdient sein?

  • Geld für KV
  • Geld für Unterkunft
  • Geld für Lebenshaltung
    und Rücklagen…

Für Ägypten kann ich sagen: Mit ca. 700-1100 EUR im Monat kannst ganz gut gehen lassen. Am oberen Ende klar besser. Als Freelancer kannst Du dieses Geld nur schwer verdienen. Und kämpfst immer um einen Job… kann ein mentales Thema mal werden. Und ist nicht zu unterschätzen.
Ein TL Kumpel kam nach 1 Jahr Malediven mit TEUR 10 zurück. Das schafft Normalo in D selten mal eben so.

Thema Familie: Gibt im Ausland auch viel Kraft. Dennoch: Sie oder Er sollte dann zumindest im Office arbeiten können. Mehrsprachig ist klar von Vorteil. Jedoch muss monetär die Schule für Kinder an einer internationalen Schule ermöglicht werden. Vorteil, wenn es die richtige Schule ist, ist der Multi-Kulti und Mehrsprachigkeit.

Zeugs hier verkloppen, nicht zu weit weg in die Welt reisen, Sprachfestigkeit, Mut und eine gute Portion Durchhaltevermögen - dann klappt es mit Sicherheit.
Es klappt nicht, wenn Du schon in D nicht auf aufrechten Beinen stehen kannst.

So long Guys…
Roby.