Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Sinnvolle Übungen, um Sidemount-Tauchen zu erlernen bzw die Sidemount-Fertigkeiten zu verbessern
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Martin
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Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Martin » Mo, 28. Apr 2014, 23:41

Dies ist ein Blog Beitrag. Um den originalen Beitrag zu lesen, klicke hier »

Hallo Zusammen,

heute stellen wir Euch den zweiten Blog von Oliver/nakatomi vor. Er hat sich viel Zeit genommen, um Euch auf eine spannende und interessante Weise an das Thema Sidemount Tauchen heranzuführen. Wir sagen an der Stelle Oliver ein dickes DANKE! Den Text haben wir ebenfalls im Forum gepostet. Sollten Fragen von Euch kommen, habt Ihr da eine gute Möglichkeit diese zu stellen. Oliver wird diese Euch sicher gerne beantworten. Und nun wünschen wir Euch viel Spaß beim Lesen…

Was versteht man unter dem "Trimm" und der "perfekten Wasserlage"?

Als "Trimm" bezeichnet man üblicherweise die Position eines Tauchers im Wasser oder besser gesagt seine Schwimmlage.

So sollte es aussehen:
Bild

So sollte es nicht aussehen:
Bild

Muss Blei abwerfbar sein?

Eine beliebte Frage, insbesondere in der Ausbildung und bei Betrachtung vieler Sidemount Systeme. Allerdings kommt es auf die Rahmenbedingungen an. Ein Taucher sollte jederzeit in der Lage sein aufzutauchen. Ob bei einem Defekt des Auftriebmittels oder des Trockentauchsystems. Dies kann man auf verschiedene Wege erreichen - ein Bleiabwurf ist nur eine Option. Zu vermeiden ist aber der unbeabsichtigte Bleiverlust. Bei einer Dekompressionsverpflichtung bestünde sonst durch einen zu frühen und/oder zu schnellen und somit unbeabsichtigten Aufstieg ein sehr hohes Gesundheitsrisiko.

Und damit sind wir beim Thema "balanced rig" - das mit dem perfektem Trimm einhergeht.

Im Idealfall sollte ein "balanced rig" erreicht werden. Die Bleimenge muss so bemessen sein, dass man sich mit (fast) leeren Flaschen im flachen Wasser noch austarieren kann. Gleichzeitig darf nicht zu viel Blei mitgenommen werden, damit man bei vollen Flaschen in großer Tiefe noch genug Auftrieb erzeugen kann, um auch bei defektem Wing oder Trockentauchanzug aufsteigen zu können. Zu viel ist schlecht und zu wenig ist auch schlecht, die Menge muss stimmen.

Im Normalfall sollte der Taucher eine vollkommen waagerechte Schwimmlage einnehmen. Die Betonung liegt hier auf "normal", denn es gibt eine Reihe von Situationen, in denen ein Taucher in der Lage sein muss seinen Trimm zu variieren. Als Beispiel sei der Bremsberg in der Grube Christine genannt, ein 35prozentiges Gefälle von deutlich weniger als 2 Meter Höhe und gut 40 Meter Länge. In einer waagerechten Wasserlage, würde ein Taucher hier beim Abstieg im Bremsberg mit den Flossen den Boden berühren und das vorhandene Sediment aufwühlen.

Bild
Das Foto wurde von Laurent Miroult aufgenommen in Jackson Blue im "Kamin", der in einem 45 Grad Winkel von 15m auf 30m Tiefe führt.

Entsprechend wird als Kompensation eine um 35 Grad nach vorne geneigte Schwimmlage eingenommen, um dem Gefälle entgegen zu wirken. Demnach wäre der Taucher nicht mehr im eigentlichen Sinne "waagerecht", sondern 35 Grad nach vorne geneigt, streng genommen aber immer noch parallel zu seiner Umgebung.
Der Taucher sollte demnach stets in der Lage sein eine, den Umständen angepasste, "perfekte" Wasserlage einzunehmen - horizontal als auch vertikal.

Die Körperhaltung als Grundvoraussetzung für einen kontrollierten Trimm

Die elementare Voraussetzung für einen guten Trimm ist die korrekte Körperhaltung. Der Rücken sollte gerade sein, mit einer Tendenz leicht in das Hohlkreuz zu gehen, der Blick nach vorne gerichtet und der Kopf leicht in den Nacken gelegt. Am Übergang zwischen Ober- und Unterkörper spielt die Hüfte eine wichtige Rolle. Diese darf auf keinen Fall abgewinkelt sein sondern sollte "durchgedrückt", bzw. gestreckt werden, bei leicht angespannter Po-Muskulatur.

Das sorgt dafür, dass sich Ober- und Unterkörper in einer geraden Linie befinden und nicht, wie bei einem Klappmesser, in einem Winkel zueinander stehen. Eine Besonderheit in Sidemount ist die variable Stellung der Knie und der damit verbundene Winkel der Unterschenkel. Während dieser Winkel in Backmount üblicherweise gut 90 Grad beträgt, die Unterschenkel also im Normalfall senkrecht nach oben zeigen, so muss dieser Winkel bei einem Sidemount Taucher weitaus häufiger variabel sein. Niedrigere Passagen, z.B. in Höhlen oder Wracks, erfordern, dass der Winkel teilweise stark reduziert wird und die Füße mehr in eine waagerechte Position übergeführt werden.

Die "Stellschrauben" des Trimm in Sidemount

Das Tauchen in Sidemount ermöglicht ein äußerst präziseres Feintuning der Wasserlage. Zu den Komponenten, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Trimm ausüben gelten:

  • Die Art und das Gewicht der Flaschen sowie deren Positionierung
  • Die Menge an Bleigewichten und deren Anbringungsort
  • Form, Größe und Lage der Wingblase
  • Das Gewicht der Flossen

Alle oben genannten Punkte lassen sich am besten mit einem Buddy und/oder im Idealfall mit einer Video-/Bildanalyse detailliert betrachten und überprüfen.

Auf der Suche nach dem Trimm

Das Ausbalancieren der Ausrüstung kann, insbesondere aufgrund der Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten, ein sehr schwieriges und frustrierendes Unterfangen darstellen.

Sehr hinderlich ist oftmals, dass ein vorhandenes Ungleichgewicht im Trimm "unbewusst" durch eine falsche Körperhaltung kompensiert werden kann. So lässt sich eine Kopflastigkeit z.B. durch ein Abknicken des Beckens kompensieren, so dass die Füße in einem Winkel nach unten abstehen.

Von dieser Sorte gibt es viele Beispiele mit einer Gemeinsamkeit: Es wird die Auswirkung eines Haltungsfehlers durch das Hinzufügen eines weiteren Fehlers “kompensiert”, mit teilweise sehr unschönen Auswirkungen.

Es empfiehlt sich daher bei der Suche nach dem Trimm systematisch und schrittweise vorzugehen:

  1. Ermitteln der erforderlichen Bleimenge, um eine Über- bzw. Unterbleiung zu vermeiden
  2. Grundeinstellung des Gerätes
  3. Ermitteln des aktuellen Trimms bei korrekter Körperlage, z.B. über einer Plattform (kopf- oder fußlastig, Kippen nach rechts oder links)
  4. Anpassung der Gerätekonfiguration und Wiederholung von Punkt 3.

Das Gefühl für den Trimm entwickeln

Das A und O den perfekten Trimm zu finden liegt darin, selber ein Gefühl dafür zu entwickeln, in welcher Position sich der eigene Körper im Wasser befindet.
Optimal ist natürlich sich selber auf Video zu betrachten und mit eigenen Augen zu sehen wie man im Wasser liegt. Insbesondere in Situationen mit "Task Loading", wie z.B. dem Schießen einer Boje, neigt der eigene "Ur-Trimm" zum Vorschein zu kommen.

Hilfreich ist aber vor allem auch "gefühlter" Feedback beim Tauchen, z.B. der Körperkontakt mit der Umgebung wie z.B. einer Plattform oder einer Röhre. In waagerechter Wasserlage sollte es zudem möglich sein, durch Anlegen des Kinn´s auf der Brust durch die Beine direkt nach hinten zu schauen.

Ganz sicher ist: Es lohnt sich den Aufwand zu betreiben, um sich optimal auszutrimmen. Ob als Basis für effektivere Flossenschläge, eine Reduzierung des Gasverbrauchs oder einfach deutlich mehr Spaß am Tauchen - die Liste der Vorteile ist lang.
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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Scubandro » Mi, 30. Apr 2014, 9:56

Grundsätzlich find ich den Artikel sehr gut und hilfreich. Trotzdem möchte ich das ganze etwas relativieren oder darüber diskutieren.

Ich bin der Meinung, dass die perfekte Wasserlage diejenige ist, die für den Taucher am bequemsten ist und gleichzeitig für die Umgebung keine Nachteile bewirkt. Was bringt einem normalen Taucher eine 100% horizontale Wasserlage, wenn er danach jedesmal 2 Tage Genickschmerzen hat, weil er körperlich gesehen, nicht in der Lage ist, seinen Kopf entsprechend ohne Probleme so hoch zu heben, dass er noch was sieht? Ein Freund von mir, der seit den 60er oder 70er Jahren intensiv taucht, taucht absichtlich ca. im 45° Winkel und manchmal auch senkrecht, weil er nicht gut aussehen will unter Wasser, sondern weil er gut was sehen möchte beim Tauchen.

Ich bin damit einverstanden, dass man seine Wasserlage soweit anpassen können muss, dass man nicht alles aufwirbelt, wenns mal etwas enger wird. Aber der Schönheit halber und um nochmals 1% Wasserwiderstand einzusparen, Rücken- und Genickschmerzen haben nach dem Tauchen? Muss nicht sein, wenn ich zum Spass tauchen gehe. Mag sein, dass die "perfekte" Wasserlage für einen schlanken oder gut trainierten Taucher ohne körperliche Einschränkungen so aussieht, aber nicht für jeden TAucher :)
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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Roby » Mi, 30. Apr 2014, 10:15

Hallo Sandro,

danke für Deinen Einwurf. Aus gesundheitlicher oder persönlicher Situation spricht nichts dagegen. Tauchen SOLL Spaß bereiten!

Aber das WICHTIGE hast Du erfasst: "Tauche so, dass die Umwelt nicht belastet wird!". Das kann ich völlig unterstreichen.
Vlg Euer Roby

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Fox » Mi, 30. Apr 2014, 13:46

Scubandro hat geschrieben:. Mag sein, dass die "perfekte" Wasserlage für einen schlanken oder gut trainierten Taucher ohne körperliche Einschränkungen so aussieht, aber nicht für jeden TAucher :)


Sandro, Deine Einwände sind natürlich berechtigt.
Wichtig ist, so finde ich, zuerst das Bewusstsein für die eigene Körperlage zu entwickeln, das fehlt leider vielen Tauchern.

Was die Körperhaltung an sich betrifft, wenn jemand z.B. einen Rundrücken hat, wird es natürlich schwer in's Hohlkreuz zu gehen. Entsprechend sind diese "optimalen" Zustände wie, z.B. sich "gerade" zu machen und den Kopf in den Nacken zu lege auch eher von relativer Bedeutung. Was nicht geht, geht eben nicht
Es ging mir mehr darum das Prinzip und das Zusammenspiel der Stellschrauben zu verdeutlichen.
Leider ist es dann so, dass oftmals eine (deutlich) fehlerhafte Gerätekonfiguration oder eine falsche Körperhaltung nicht selber behoben wird, sondern (teils unbewusst) durch weitere Fehler kompensiert wird.

Oliver

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Taru » Mi, 30. Apr 2014, 14:08

der Umweltfaktor sollte natürlich beachtet werden
und auch der Spaßfaktor
persönliches bzgl. Gesundheit spielt auch eine Rolle
weiteres bzgl. Gesundheit, ich habe schon häufiger gelesen und finde es logisch nachvollziehbar, dass eine waagerechte Körperhaltung auch eine bessere Entsättigung erlaubt, Lunge gleichmäßiger 'belastet' somit bessere Abatmung von Stickstoff möglich, Druck auf Körper eher ähnlich, und auch die Luft im evtl. genutzen Trocki besser verteilt und damit besser verteilte Isolation, etc., vllt. is das ja für den ein oder anderen auch ein wichtiger Punkt der hinzu kommt, und ja gilt auch bei 'Nullzeittauchgängen' sauber austauchen ;)
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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Stefus » Mi, 30. Apr 2014, 14:17

Ich denke, wir können uns darauf einigen, dass der Spaß am Tauchen im Vordergrund steht (darum sind wir hier) und niemand das Wasser mit Schmerzen verlassen sollte. Denke aber auch nicht, dass der Artikel nicht so dogmatisch gemeint war, dass dieses Opfer in Kauf genommen würde.

Aber hier geht es letztlich auch um ein Gesamtkonzept: richtige Bleimenge, gute Einstellung der Ausrüstung, Umweltfreundlichkeit, gleichmäßige Druckverteilung im Körper, geringe Aufsättigung durch einen effektiven Flossenschlag und ein gutes AMV und, und, und... In der Hinsicht habe ich dieses Forum immer sehr geschätzt - wegen des hohen Anspruches. Eine Stage an die Seite knallen kann jeder, auch wenn das nicht die hier vertretene Anschauung vom Sidemounttauchen ist. (Siehe Bereich Ausbildung)

Spaß kann letztlich auch kein Totschlagargument sein. Habe schon Leute gesehen, die mit viel Spaß Korallen mähten. Die waren nicht bösartig, sondern einfach in jeder Hinsicht unbewusst. Eine Sensibilisierung über solche Artikel begrüße ich daher sehr. Dass man sich damit nicht kaputt machen sollte, ist klar.
Gut Luft! Stefus

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Roby » Mi, 30. Apr 2014, 14:24

@Stefus: Gut auf den Punkt gebracht!

Dogmatisch - keinen Falls.
Hilfestellung - gewünscht.
Umwelt - im Auge behalten
Spaß - solange nicht zu Lasten Mensch oder Umwelt
Gesundheit - geht vor, Thema Entsättigung haben wir mal draussen gelassen. Sprechen von Spaß- und Nullzeittauchgängen. Wobei: Tief, Dunkel, Kalt auch Spaß bereiten.
Vlg Euer Roby

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon scubalixx » Mi, 30. Apr 2014, 14:28

Bezüglich des Bewusstseins über die eigene Körperhaltung (Wasserlage) beim Tauchen wäre es interessant, ob die Propriozeption (Eigenwahrnehmung über die Stellung der eigenen Gliedmaßen im Raum) unter Wasser anders ist als über Wasser. Hat da jemand Informationen zu?

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Stefus » Mi, 30. Apr 2014, 14:43

@Roby: vielen Dank. Sind uns da einig. Nur, dass die Auf- und Entsättigung m.E. immer eine Rolle spielt. Auch wenn ich in der Nullzeit bin, ist das kein 100%iger Ausschluss eines (leichten) Dekounfalls. Wenn ich jetzt wie bekloppt durchs Wasser pflüge mit hohem Widerstand (nicht beim Austauchen), kann es schon sein, dass die normale Dekotabelle nicht mehr maßgeblich ist. (Darum gibt es ja auch Tabellen für körperliche Arbeit unter Wasser.) Und warum nur von Nullzeittauchgängen reden? Trimm und Sättigung sind doch in jedem Falle ein Thema. Aber das ist außerhalb des Themas.

@Scubalix: habe dazu keine Informationen. Von mir kann ich sagen, dass ich da immer durchaus Probleme hatte. Wenn man nicht gerade einen Trocki hat, bekommt man ja wenig externen Feedback über seine Körperlage. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Körper sich in Sachen Eigenwahrnehmung erst durch sehr viele Tauchgänge neu Schulen muss. Aber das ist nur meine Vermutung.
Gut Luft! Stefus

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Fox » Mi, 30. Apr 2014, 15:22

Die eigene Wahrnehmung zu verfeinern ist in der Tat nicht einfach.
Was mir am Anfang geholfen hat, war immer wieder dicht über dem Boden zu schwimmen und periodisch nach hinten zu schauen, ob ich Sediment aufgewühlt habe. Das funktioniert zum Beispiel hervorragend wenn man in Hemmoor auf der Strasse am E1 schwimmt. Man "entstaubt" dabei höchstens den Belag und macht nichts kaputt.
Eine Weitere Variante ist knapp über ein Hinternis hinweg zu schwimmen, eine Astgabel o.ä, und zu fühlen mit welchem Körperteil man es zuerst berührt. Auch Röhren sind hier sehr hilfreich.
Was natürlich auf geht, ist auf einer Plattform senkrecht zu "starten" und zu "landen" und darauf zu achten, ob die Knie oder die Brust zuerst die Plattform berühren.

Oliver

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon kuddel » Mi, 30. Apr 2014, 16:06

Moin,

was mir unheimlich geholfen hat um überhaupt zu merken wie man sich im Wasser befindet, waren die "Freiwasser-Aufstiege" zu Anfang meiner Taucherei, in Hemmoor von "gaaanz unten"!
Zunächst natürlich entlang der Steilwände um ne`Referenz zu haben, später nun wirklich von "mitten drinn" und "damals" hatten wir keine Bojen sondern Klodeckel!

Gruß, Kuddel.

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Tobi252 » So, 6. Jul 2014, 18:25

Hallo Zusammen,

vielleicht könnt ihr mir in Bezug auf den Trim während des Tauchens helfen.

Ich neige eigentlich schon immer dazu, mit den Schultern sehr weit oben zu sein. Daraus resultiert natürlich keine waagrechte Tauchlage. Habe schon einiges versucht, z.B. mehr Blei Richtung Schultern verschieben, aber das bringt nicht so wirklich was. Beim Tauchen selbst habe ich ein gutes Gefühl, meine Tauchlage ist aber wohl dann gut, wenn ich das Gefühl habe, nach vorne zu kippen (Füße hoch).

Ich habe mal ein kleines Bild angehängt, leider nicht perfekt von der Seite, aber man kann es erkennen.

Hoffe ihr könnt mir da etwas helfen.

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Fox » So, 6. Jul 2014, 21:35

Hallo Tobi,

für mich sieht es so aus, als ob Du deutlich kopflastig bist. Das würde auch Deine Körperhaltung im Bild erklären, mittels derer Du die Kopflastigkeit kompensierst.
Ich würde zuerst probieren das Blei deutlich weiter nach unten zu schieben.
Ferner sitzen die Flaschen sehr weit vorne, was für das single Bungee System wohl normal ist. Als zweiten Versuch (wenn das Blei verschieben keinen 100%igen Erfolg bringt) probier Dich waagerecht auszutrimmen und beide Flaschen mit den Händen 5-10cm weiter nach hinten zu drücken. Wenn das Deinen Trimm positiv beeinflusst, wäre eine Möglichkeit über ein anderes Bungee System nachzudenken.
Zuletzt geändert von Fox am So, 6. Jul 2014, 23:11, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Roby » So, 6. Jul 2014, 22:52

Absolut richtig wie nakatomi beschrieben hat. Natürliche Gegenbewegung.
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Re: Die perfekte Wasserlage - Wege zum richtigen Trimm in SM

Beitragvon Olli71 » So, 6. Jul 2014, 23:14

Ahoi,

Ferndiagnosen nach kleinen Fotos sind natürlich immer so eine Sache... was mir jedenfalls mal spontan auffällt: das Wing scheint ziemlich voll zu sein. Wenn man sich gut ausgebleit hat dürfte da im Normal-tauch-zustand bei weitem nicht so viel Luft drin sein.
Je mehr Luft in das Wing reingepumpt wird, desto mehr Auftrieb gibts im oberen Bereich, was auch mit dazu führen kann, das Du vorn immer etwas höher bist.

Geringe Neigung der Körperachse (Kopf etwas höher) ist im übrigen meiner Ansicht nach im Trocki kein Makel, im Gegenteil. Dadurch wird die Luft im Oberkörperbereich gehalten, und steigt nicht so schnell in die Füße. Sehr wichtig dabei ist nur, das die Knie nicht runterhängen, sondern Oberkörper und Oberschenkel eine Linie bilden. Unterschenkel mit Flossen dann eher nach oben abknicken.

Also viell. mal etwas weniger Blei nehmen und gucken wies dann ist.

Hier hab ich noch was aus einem alten Beitrag reinkopiert, was auch zu dem Thema hilfreich sein könnte:

Also: ein 2 kg Bleistück mit ca 1,2 m Leine dran.
Blei Unterwasser auf Grund hinlegen, sich selber genau drüber platzieren und das Leinenende in die Hand nehmen.
So schwebt man horizontal ca. 1 m über dem Blei.
Dann die Augen zumachen, oder Blindmaske aufsetzen...
und mal so 3-5 min abwarten was dann passiert.

Möglichst ruhig und stabil über dem Blei schweben. Nach einer Weile verliert man das Gefühl für die Orientierung und kann sich auch nicht mehr unbewußt in der Neigung korrigieren, wie man das mit optischer Referenz sonst eigentlich immer macht.
Dabei merkt man dann genau wo die Schwächen bzw. Tendenzen liegen. Korrigieren sollte man natürlich auch ohne die Augen aufzumachen. Man merkt ganz genau an der Leine ob man z.B. das Blei überschwimmt(Zug nach hinten) oder sich verdreht(Zug zur Seite) etc. Bei Grundberührung merkt man ob der Trimm stimmt: Wenn man mit Knien oder Flossen aufkommt:zu hecklastig. Die leicht vor dem Körper abgewinkelt gehaltenen Arme sollten der tiefste Punkt sein, und daher auch zuerst unten ankommen. Wenns einem hinten irgendwann die Flossen hochzieht: zu kopflastig.

Grüße,
Olli


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