Krebse in heimischen Gewässern

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Frankentaucher
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Krebse in heimischen Gewässern

Beitragvon Frankentaucher » Mo, 25. Sep 2017, 23:22

Hallo Leute!

Ich wollte mal wissen, wer von Euch in seinen Hausgewässern Krebse sieht und ob man diese auch schon bestimmt hat?
Gibt´s vielleicht jemanden, der sehr naturinteressiert ist und sich auch mit Bestimmung der Fauna unter Wasser auskennt?
Hab letztens in einem See Krebse gesehen, diese bestimmt und festgestellt, daß es eine invasive Spezies ist (vgl. Berlin, Sumpfkrebsschwemme). Auch interessieren mich langfristige Beobachtungen einzelner heimischer Gewässer hinsichtlich Vegetation, Fischbestände, Quallen-"Plagen" usw.!
Gerne auch via PN!!!

Danke und viele Grüße, Frank
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Jenner
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Re: Krebse in heimischen Gewässern

Beitragvon Jenner » Di, 26. Sep 2017, 12:49

In welche Richtung möchtest du denn gehen? Gerade das Thema Flusskrebse ist sehr umfangreich und eine Bestimmung ist schon durch die möglichen Farbschläge, Unterarten und Hybriden nicht immer leicht... Mal drei große Gruppen Europäer, Australier und Amerikaner - letztere tragen die Krebspest in sich, die alle Arten aus den anderen beiden Gruppen jämmerlich verrecken lässt. Australier dulden oft keine andere Art neben sich, überleben dafür afaik keinen Winter ohne Hilfe von außen.
Heimische Flusskrebse findet man fast ausschließlich in abgelegenen Bächen. Da, wo der Weg das lästig gewordene Haustier ohne Sinn und Verstand auszusetzen zu unbequem wird. Die größte Plage ist da der Marmorkrebs - sieht im Laden niedlich aus, verhält sich aber wortwörtlich wie die Axt im Walde und beherrscht die unbefleckte Empfängnis tatsächlich in Perfektion. Es stand mal ein Handelsverbot für die Art im Raum... was daraus geworden ist müsste ich aber selbst nachgucken.
Ebenso gibt es einige (teils sehr bekannte) Aquarienpflanzen die auch hier zu gut gedeihen und der Handel damit teilweise verboten wurde - eine Liste müsste sich relativ schnell finden lassen.
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Frankentaucher
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Re: Krebse in heimischen Gewässern

Beitragvon Frankentaucher » Di, 26. Sep 2017, 22:45

Da scheint sich jemand gut auszukennen!
Zuerst hab ich nebenbei beobachtet, wie in einem Weiher erst viele Kamberkrebse und wenig Galizische Sumpfkrebse lebten. Dieses Verhältnis kippte und aktuell gibt´s nur noch vereinzelte Kamber dort, aber massig Sumpfkrebse - wieso? Warum?
In einem anderen See haben wir vor Jahren schon Krebse gesehen, konnten sie aber nicht bestimmen. Jetzt wissen wir, daß es Marmorkrebse sind und die Behörden (denen wir den Erstfund dort meldeten) versuchen, jetzt den Anfängen zu wehren.
In der Traun gibt´s massig Signalkrebse, angeblich auch in einem Graben direkt neben dem Marmorkrebssee hier bei uns - da muß ich gucken, warum ich dann dort keine sehe (niedriger pH-Wert!). Angler der Fischweiher keine 10m entfernt reden von "Edelkrebsen" - wüßte auch gerne, was das wirklich für welche sind (Marmor- ,Signal- ,Kamber- ,Sumpfkrebs???).
Im Weiher mit den 2 Krebsarten gab´s früher massenhaft Wasserpflanzen - ganze Dschungel, über 2m hoch aufragend (Krauses Laichkraut, Hornkraut und etwas Wasserpest). Jetzt gibt´s dort nur einzelne Halme (Krauses Laichkraut) - liegt´s am Fischbesatz (Graskarpfen, Karpfen)? An der Absenkung des Wasserspiegels um 30-40cm (ca. 10% weniger Wasservolumen!)?
Blaubandbärblinge breiten sich in Deutschland aus, ebenso Sonnenbarsche. Wo kommen plötzlich die Kaulbarsche im Badeweiher her? In einem Steinbruch habe ich Kleinfische gesehen, die ich noch nicht bestimmen konnte > nächstes Projekt!
Ja, das alles interessiert mich und beschäftigt mich bei meinen TG. Sich darüber austauschen zu können wäre klasse!
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Re: Krebse in heimischen Gewässern

Beitragvon Jenner » Mi, 27. Sep 2017, 12:30

Ich hatte einige Zeit Cherax gehalten und auch C. Lorenzi vermehrt, interessiert war ich an der Gesamtmaterie schon immer... sonst würde ich wahrscheinlich auch nicht tauchen.

Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit kein galizischer Sumpfkrebs gewesen sein, den hätte die Krebspest, die die Kamberkrebse im Gepäck haben in kürzester Zeit ausgerottet.
Signalkrebse und Marmorkrebse könnten sich zumindest in der Theorie das gleiche Wasser teilen -> amerikanische Art und daher auch die Seuche an Bord. Wer in der Praxis langfristig das Rennen machen würde, kommt auf die Strategie der Art an... Cherax Lorenzi (einer der kleinsten in der Gattung) sagt man zu auch seine bedeutend größeren Verwandten ausradieren zu können, wenn sie sich begegnen.
Ich habe meinen Angelschein kurz nach dem Jahrtausendwechsel gemacht, da wurde das Thema Flusskrebse angeschnitten, weil die geschützt sind. Erwähnt und gezeigt wurde, wie die uuungefähr aussehen, dass die durch andere Arten fast ausgerottet wurden und man deshalb die Finger davon zu lassen hat. Von daher würde ich nicht viel darauf geben.
Ein Kahlschlag passt zu den meisten amerikanischen Arten - Australische knipsen sich i.d.R nur Schneisen für die Hauptwege -, Graskarpfen (übrigens auch eingeschleppt) und anderes Getier kann das auch.
Ein gesunkener Wasserstand ist für die meisten "Wasserpflanzen" kein Problem, weil der Großteil eher zu den Sumpfpflanzen zählt.
Den Weg zu uns finden die Tiere auf ganz unterschiedliche Weise. Die Wollhandkrabbe wurde wohl versehentlich mit dem Balastwasser aus den Containerschiffen eingeschleppt und andere wurden als Nutz oder Haustier mitgebracht und wurden dann mehr oder weniger bewusst freigelassen. Der Teil, der nicht selbst über Land kann, legt Eier an Wasserpflanzen, die immer wieder an den Füßen von z.B Enten hängen bleiben und mitgenommen werden.
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Re: Krebse in heimischen Gewässern

Beitragvon luboo » Sa, 3. Feb 2018, 15:50

Hallo zusammen,
im Sundhäuser See in Nordhausen ist noch der Edelkrebs heimisch. aus diesem Grund bitte vor dem Betauchen die eigene Ausrüstung gründlich reinigen ggf desinfizieren (auch die Blase von innen). Große Exemplare sind schon mal Handgroß.
lg
Ludger
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