Sidemount Rebreather

Alles rund um die verschiedenen Ausrüstungen - außerdem Modifikationen, die Du an Deiner Ausrüstung vorgenommen hast um sie noch besser auf Dich abzustimmen
wwjk
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon wwjk » Sa, 22. Dez 2018, 22:25

Ok, dann nur noch ein paar Anmerkungen zu Aussagen, die ich so nicht stehen lassen kann:

Was andere tun-absolut richtig. Ich hatte nur erwähnt, dass das einige so machen, ohne Wertung.
Mein offenes Gas ist NICHT für die Deko gerechnet, sondern steht zusätzlich zum BOB zur Verfügung.

Nicht der Kalk ist das Problem, schon gar nicht die Temperatur. Bei den Wassertemperaturen in der Ressel z.B. absorbiert frischer Kalk 100% CO2 ab der ersten Sekunde. Die Gesamtaufnahmekapazität wäre reduziert, das ist richtig (bei 13° etwa 70% der Menge bei 21°), aber der Kalk ist eh nach sehr kurzer Zeit warm.
Das Problem und der Grund Nr.1 für tötliche Unfälle in den letzten Jahren ist endogenes CO2, nicht exogenes!

Komplexer etc., ja. O2-Messung etc.-nein, sollte nicht überraschen, sollte man wissen. Hängt vom System ab, was man wie machen kann/muss, auch klar.

Bin gespannt, wie es in Zukunft weitergeht. Ich bin absolut überzeugt, dass BOBs zunehmen werden.

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germie
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon germie » So, 23. Dez 2018, 9:20

Tiefe spielt auch wirklich eine Rolle. Channelling kann immer passieren. So wenn mein Hauptkreisel absopft, dann muss ich mein BO kreisel nehmen, aber wenn dort etwas mit den Kalk nicht stimmt habe ich wirklich ein problem, und so etwas passiert immer am tiefsten punkt natürlich. Theoretisch kann ich mit mein Hauptkreisel hin und her zum bivakhalle ohne probleme. Aber doch weiss ich nicht ob ich nur auf mein BO kreisel trauen will.
Ich gehe immer aus von absopfen oder CO2 hit, dann wirkt SCR oder gase einstopseln nicht mehr.

Das Tiefe auch wirklich eine Rolle spielt habe ich selbst mal erfunden. Neuer kalk, gleich zum 130m. Auf 131m CO2 hit. Glucklich kein Problem. Ich kann bis jetzt gar nicht erklären was da passiert ist. Nur das die Kalk nicht alle CO2 mehr drausgefiltert hat. Warum passieren immer noch CO2 hits?

Mit BO kreisel ist es bei mir einfach: Atembare PO2. Das kann auch niedriger sein, aber atembar. Bis 1.3 kann ich ja immer manuel machen.

Und dann mit gasplanung: Ich habe in oktober ein EAN50 zu ein Taucher beim ausgang v on Ressel gebracht. Warum? 2 OC taucher waren in Ressel, und am rückweg hatten die bemerkt das 1 100% leergelaufen war. Die einer hat sein Deko gemacht und ist drausgegangen, sein Buddy hatte noch 3 Stunden deko und viel ruckengas noch. Er hat dann am Parkplatz leute gefragt ob die noch ein 100% hatten. Hatten wir auch nicht mit (war erster Tag kurs, so hatte nur sauerstoff für notfälle am oberflache dabei), aber ein Schüler hatte ein 50-er im Wagen. Die hatte ich dann schnell da hin gebracht und damit konnte er die Deko ja kurzer machen und auch sicherer da deko am backgas immer die schlechtste wahl ist. Da er auch schon lange zeit da auf rückengas gewartet hatte konntte er mit ein alu80 mit ean50 alles machen. Ok, ich habe die leere flaschen mitgenomen (komplett leer) und dann hatten wir ein schönes Vorbild um da am Abendessen über zu reden. Wenn 1 Flasche verloren geht, und mann kann in 2-er team nicht die komplette deko machen, was ist dann falsch gegangen? die hatten nur 1 flasche verloren. Will ich so tauchen? Ist dort zu viel risiko genommen?
Ja, mit Kreiselteams sieht mann es auch ofter das mann nür für ein taucher bailout mitnehmt, und dann kann so etwas auch passieren.
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon kuddel » So, 23. Dez 2018, 22:19

Moin.

Tieftauchen (jenseits 150 m) mit Rebreather und unerklärliche tötliche Unfälle haben mich schon vor 10 Jahren beschäftigt. Damals wurden die Grenzen der RB ausgetestet und sehr viele sind unten geblieben.

Oft wurde gesagt, das war ein CO2 Treffer.

Ungeklärt war aber immer das: Warum?

Bereits damals habe ich mir folgende Theorie überlegt und bleibe auch heute noch dabei:

Mit zunehmender Tiefe werden Gase komprimiert. Klar! Das gilt auch für CO2. Somit strömen sehr kleine CO2 - Moleküle durch den Kalkbehälter. Und das sehr schnell. Meiner Ansicht nach, hat der Kalk einfach nicht eine so schnelle Reaktion um das CO2 zu binden, ganz egal wie gut der Kalk gepackt ist und wie strömungsgünstig effektiv die Kalkpatrone konstruiert ist. Meiner Meinung nach, ist es einfach eine physikalische und chemische Grenze, bei der die CO2- Bindung nicht mehr ausreichend gewährleistet ist. Somit baut sich irgendwann eine CO2 Anreicherung auf.

Es ist, ganz simpel, nur eine Funktion aus Tiefe und Zeit.

Bisher haben die Leute einfach nur Glück gehabt und jeder der tiefer taucht wird irgendwann diesen kritischen Punkt erreichen.

Meine persönliche Grenze mit RB liegt bei 60m.

Bleibt gesund!

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germie
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon germie » Mo, 24. Dez 2018, 7:42

Ich sage es ein bischen anders, aber ist ungefähr dasselbe. Z.b. auf 100m tiefe ist die druck 11 bar, so jeder gas wird 11 mal komprimiert. In die Kreisellunge sind dann 11 mal soviel Molekulen gas. ABER, mann produziert selber noch immer dieselbe menge CO2 (theoretisch). Da die metabolismus ja nicht ändert (nur mir mehr anstrengung, theoretisch, sehe hier unten). Sauerstoffverbrauch ist unabhängig von tiefe. Die Chance das ein CO2 molekul den Kalk dann noch mit reagieren kann werdet 11 mal weniger.

Was auch mitspielt mit tiefe TG ist die EADD, die dichtheit des Gases. DAnn spielt nicht nur noch den END mit, aber auch die Dichtheit. Ich tauche oft 6/72 Diluent von 60m bis tiefer. WEnn wir das als Vorbild nehmen auf 130m tiefe. END sauerstoff narkotisch ist nur 32m, so nichts los, EAD/END (sauerstoff nicht narkotisch) 27m. So Narkose hat mann nicht. ABER, die EADD ist 46m. Und ja, das bemerkt mann. Im Mundstuck hört mann die flappervalves hin und her gehen. Ja, die atemwiderstand werdet hoher. Und das bedeutet, wie wenig auch, doch mehr CO2 produktion. Und die EADD kann mann nicht mehr niedrich halten bei solche tiefen.

Mein persönliche erfahrung mit tieftauchen ist das die Probleme entstehen bei 128m. Sehr fremd, aber ich war ein par mal tiefer (bis 135m) und in die hälfte der Fälle hatte ich fremde Sachen bemerkt. Ich war mal ein Wochenende am Tunersee und plan war dort eigentlich Höhlentauchen, aber das wetter war nicht so gut. Einfach im Tiefe gehen konnte. So dann war es am 3 Tagen: 130,132, 135m. Erster mal: auf 128m hatte ich HPNS bemerkt. Nein, das ist eigentlich gar nicht um angstig zu werden, es tut kein weh, aber mann ist etwas ans beben. Aber ok, auf 130m zuruck. Zweiter tag: CO2 hit. Bemerkt vor da richtige Probleme waren. Ich weiss wenn ich relaxed bin das ich 6-8 mal pro minute Atme. DAnn war es 14-16 und ich konnte es nicht ändern. WEG dort war die idee. Fremder Sache: Mein buddy hatte dassselbe bemerkt und wir sind beiden auf bailout gegangen. 3er tag: nichts los, ohne probleme.

Noch ein punkt zum nachdenken mit Kreiseln: Atemwiderstand/WOB. Ich habe 2 mal gehabt und zum glück 2 mal ohne Tote das ein Kreiseltaucher IPE hatte. Einmal war ein unbekannte der aus einer höhle kam. Die andere mal war mein eigener (Urlaubs)buddy. Die habe ich selbst zum ausgang schleppen mussen da er selbst gar kein kraft mehr hatte. Das einzigste was mann von die beide Kreisel sagen konnte: die waren bekannt um ein etwas hoheren Atemwiderstand wie andere Kreisel.
Der ich aus die Höhle gescheppt habe haben die nichts gefunden und taucht jetzt schon wieder 2 jahre einwandfrei. Von die andere taucher weiss ich kein weitere details. So wenn mann es hat und es gibt kein grund, dann kann mann auch sehr schnell wieder tauchen (er war nur 5 tage nicht tauchen und dann wieder fit erklärt), aber ipe bedeutet wenn mann nicht schnell genug dabei ist ertrinken in dein eigener körperfeucht. Nur 1 ding Hilft: komplett aus den wasser. Bailout, anderen kreisel, oc, nichts werdet helfen, nur komplett aus dem wasser.
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon Antares » Mo, 24. Dez 2018, 23:01

Wenn ipe, dann ist es schon heftig....

Habe mal gehört, im Zusammenhang "Lungenödem", dass von O2 Deco auch "weggegangen" wird....perspektivische Gedanken.

Weil es nicht wirklich ein "Zeitvorteil" geben soll. Es eher besser ist, die gedachte O2 Deco(Zeit) auf dem 50'er auch abzusitzen.

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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon Jenner » Di, 25. Dez 2018, 0:52

Ertrinken "am eigenen Saft" erinnert mich an Phosgen. Ich habe allerdings keine Idee, wo und wie das Chlor dafür herkommen könnte. Und es soll normalerweise zu spät sein bevor sich Symptome zeigen... Wenn man unter Normaldruck damit in Kontakt kommt
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon kuddel » Di, 25. Dez 2018, 10:12


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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon germie » Di, 25. Dez 2018, 15:09

Ipe hat eigentlicht nichts mit tauchen zu tun, aber mann denkt das kalte und die wob von ccr doch wichtig sind.
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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon wwjk » Di, 25. Dez 2018, 15:18

Ich wünsche Euch erstmal frohe Weihnachten und immer genug vom richtigen Gas!

@Kuddel: Ich weiss in etwa was Du so alles taucherisch hinter Dir hast und habe sicher Respekt vor der Erfahrung, das heisst aber nicht, dass Dein Erklärungsversuch stimmen würde.
CO2 ist richtig, aber Du folgst demselben Fehler wie Urs, daher nochmal: CO2 ist der Grund, aber nicht der Kalk!
Rede mit den Leuten, z.B. Krzysztof. Er taucht mit CO2-Sensoren, manch andere auch. CO2 in Einatemluft: Fehlanzeige. Es gibt dazu auch Untersuchungen von S. Mitchell und anderen, die Daten stimmen überein.
Dein physikalischer Erklärungsversuch ist schlicht daneben, solange der Kalk gut ist, bindet er das CO2. Und zwar komplett in Tiefen bis gut 300m, tiefere Versuche sind mir nicht bekannt, müsste aber noch eine ganze Weile so funktionieren. Zumindest bis zum Verflüssigen von CO2, dazu bräuchtest Du etwa 60bar.

germie kommt der Sache schon näher, Stichwort Gasdichte. Auch hierzu gibt es Veröffentlichungen, s. wieder einmal Simon. Ich werde nie verstehen, wie man ein 6/70 in solche Tiefen nutzen kann. Nimm ein 6/80, und es ist Ruhe.
Wir wissen um die Probleme turbulenter Gasströme in den Bronchien bei hohen Gasdichten und der damit verbundenen schlechteren Elimination von CO2 aus der Lunge heraus. Wir wissen um die Anstrengung durch die Atmung und einen hohen WOB durch die Gasdichten. Aus all dem und den dazugehörigen Untersuchungen wissen wir: Sie zu, dass Du Deine Gasdichte niedrig hälst, am besten unter 6g/l! Heisst eigentlich immer: Mehr Helium. Die Navy hat daher jetzt Trimix verlassen undnimmt nur noch Heliox.
Nur Heliox ist aufgrund des HPHNS auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss, aber für alle Tiefen jenseits der 100m kann es nur heissen: Nicht mehr als 5% N2.
Ich habe genau dadrüber auf der Eurotek mit J.P. Imbert und S. Mitchell diskutiert. Ergebnis: More Helium.
Dazu: Atemwegstraining! Kann ich nur empfehlen. Vermehrte Atemanstrengung produziert selber durch die muskuläre Arbeit mehr CO2. Wenn ich jetzt schon vermehrt atmen muss, kommt das sehr ungelegen und hat auch schon manchen umgebracht. Die Situation kann ich durch Atemwegstraining sowie allgemeine körperliche Fitness wesentlich besser beherrschen. Hilft im übrigen auch gegen IPE.

Das war jetzt die längere Version zu: Nicht exogenes, sondern endogenes CO2 ist unser Problem. Der Feind bleibt der gleiche, nur die notwendigen Schlüsse sind andere. Und das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern der ganz klare Schluss aus den Ergebnissen der Wissenschaft.

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Re: Sidemount Rebreather

Beitragvon kuddel » Di, 25. Dez 2018, 23:30

Moin.

Ich schrieb: meine Theorie...

Und eine Theorie ist nun mal Theorie...

MfG.


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