Mein Sidemount-Kurs

Bereich, in dem es speziell um Deine Ausbildung geht. Wie lief sie ab, was hat Dir gefallen, was nicht?
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Siikheard
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Mein Sidemount-Kurs

Beitragvon Siikheard » Mo, 25. Feb 2019, 20:20

Hallo zusammen,

ein Paar warten ja schon auf meinen Bericht :wink2: Der wird lang.
Wir haben gestern nur einen von beiden Tauchgängen geschafft, weil ich nach den 1,5h tauchen + Zeit im Wasser wegen Gerödel anlegen echt durchgefroren war. Aber das ist auch gut so, weil es noch viel zu optimieren, viele Bungees (neu) zu knoten, viel zum Bedenken und einiges zum Verdauen gibt.

Der Kurs selbst war wie gewohnt anspruchsvoll und herausfordernd gestaltet. Klang einfach: Ventildrill, OOA, Flaschenhandling, Ersatzmaske ziehen, Simulation defekter Ventile inkl. Motorrad fahren, Boje setzen, Freiwasseraufstieg mit simulierten Dekostufen, kleine Wrackpenetration, Umgang mit gerissenen Bungees. Hat sich dann jedoch etwas in die Länge gezogen. Viel Zeit haben auch die Arbeit mit den schweren Stahlflaschen gekostet.

Es gab ein paar Aha-Erlebnisse:
- Am Einstieg ist mir eine Flasche runtergefallen. Ich hatte keine Chance sie selber hochzuholen, weil ich ganz wenig Blei am Körper habe und damit nicht runterkomme
- OOA kam natürlich, während ich auf der Shorthose war, die mit einem Bungee um meinen Hals hängt. Ich wusste, ich muss dann kurz drüber nachdenken, auf welchem Regler ich bin. In der Theorie einfach und logisch. In der Praxis hat dann jedoch der gut eingeübte OOA-Reflex zugeschlagen und ich habe versucht die Shorthose weiterzugeben :!: Da wird mich mein Buddy ganz schön drillen müssen, bis ich das umtrainiert habe
- Beim Freiwasseraufstieg habe ich gemerkt, dass die Tarierung nicht mehr so klappt. Es hat mich aus der Tarierung geworfen, als ich während der "Deko" plötzlich was machen musste. Da steckt auch noch mal Arbeit drin.
- Die Wrackpenetration war interessant. Durch das Schott rein ging erstaunlich gut. Durch das schmale Fenster raus hat nicht gleich auf Anhieb geklappt. Da muss ich noch ein Gefühl entwickeln, wenn ich klemm, wo, und wie ich es behebe
- Dann kam die Simulation der gerissenen Bungees. Vorne ging das gut, hab die Flasche nur danach nicht mehr sauber verbaut, sondern einfach in das Bungee reingelegt. Dann das hintere Bungee: Ich wusste, selbst WENN ich es schaffe, die Flasche vom Buttpad selber wegzuklippen und WENN ich es schaffe, den Notfall-Doppelender selber dran zu machen, DANN bekomme ich die Flasche trotzdem nicht selbst wieder ins Buttpad zurück. Wegbekommen habe ich sie noch, dann lag das schwere Ding einfach nur noch störrisch auf der Plattform, während ich mit ihr und dem Trim gekämpft habe. Das hat dann zu zwei weiteren Gedanken geführt: 1. Wenn sie mir jetzt auch noch vorne aus dem Bungee rausfällt...2. Wenn dir das im Freiwasser passiert... :doh: Daran knabbere ich noch.

Grundsätzlich konnten die Stahlflaschen meinen Ausbilder nicht überzeugen. Er hat sich wirklich sehr bemüht und mir immer irgendwann geholfen. Aber ich war und bin ohne Hilfe mit den schweren Dingern echt aufgeschmissen. Er denkt auch nicht, dass es eine Frage der Bungeelänge ist, eher eine Frage der Technik und eine Frage der Kraft. Mit Kraft ist es bei mir nicht weit her, daher ist seine Befürchtung, dass ich noch lang brauche, bis ich die Dinger gewuppt bekomme. Das Problem hätte ich anscheinend ernsthaft mit Alus nicht. Und dann die Szenen, wo ich gemerkt habe, dass es doch nicht von Vorteil ist, wenn der Großteil des Bleis nicht am Körper ist. Jetzt stellt sich die Frage: Leichtere Stahlflaschen oder doch Alus. Am Wochenende nimmt mein Buddy mal seine Stage mit, dann vergleiche ich mal, wie sie sich wirklich handeln lassen. Und dann schraube ich im zweiten Schritt mal das leichte Doppelgerät im Keller auseinander und probiere das.

Nachdenkliche Grüße

Siikheard
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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Alubuddel » Mo, 25. Feb 2019, 22:47

Danke für den ausführlichen Bericht!

Ich kann mitfühlen wie sich die ganzen Übungen mit Stahl anfühlen müssen. Aber: Auch mit Alus gibt es am Anfang diverse ernüchternde Problemstellen, wenn auch der geringere Abtrieb die ganze Sache etwas erleichtert.

Ob nun Alu oder Stahl - ich würde ausgiebig beide Systeme testen, mir die jeweiligen Vor- und Nachteile genau anschauen und danach mich für ein System festlegen.

Lass dich nicht entmutigen und nimm die Benefits aus dem Kurs mit ;-)
Viele Grüße
Markus

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Antares » Mo, 25. Feb 2019, 23:54

Fakt ist : möchtest du mit den Flaschen spielen, ist Alu wirklich leichter, sie sind einfach nahezu neutraler....analog zu den Stages, was du ja kennst, auch vom BM her.

Tja....und was das Stahlflaschenhandling und Rigging im Kurs betrifft.....da hatte der TL wohl wenig Ahnung, bzw.liest sich etwas "überfordert"....was der TL da so machte.

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Stunmill » Di, 26. Feb 2019, 7:22

Moin Siikheard,

Aluflaschen und Stahltauchen ist wie IOs oder Android.
Sieht gleich aus, geht aber alles ganz anders. Aber geht doch.
"leichte" Stahlflaschen sind vom Handling her dem von Alu ähnlich, allerdings muss das Blei doch wieder auf den Rücken.
Wenn Stahlflaschen richtig eingestellt sind, liegste wie ne Bahn auf dne Schienen, vornehmen ist allerdings bei weitem nicht so spielerisch wie mit Alus, aber wie oft brauchst du das schon?
Und Stahl musst du entweder bereits im seichten Waser anlegen, wo du die noch vor dir abstellen kannst, oder an Land, wenn du keinen festen Boden am Einstieg hast.
Dafür sind leere bei 30 bar Aluflaschen am Ende vom TG ein graus...
Nochmal: fertig geriggte Stahlfaschen sind an Land meist leichter wie Alus! bei denen kommt allerdings noch zusätzliches Blei auf den Rücken!
War das ein Anfängerkurs? Im Trocki?
Dafür war meiner Meinung nach zu viel Inhalt, vor allem für nur einen TG, der noch dazu mit 1,5h zu lange ist.
Üb das erlernte, leih dir Flaschen, mach viele kleine Schritte.
Und nur jedesmal EIN Setting verändern, üben wie es sich anfühlt, dann den nächstne Schritt!
gut Luft!

Stunni

p.s.: ich bastel jetzt seit 150 TG an meinem Rig rum.Und ja, Alu kann schön sein, muss aber nicht!
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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon JoeHarness » Di, 26. Feb 2019, 8:57

Danke für den ausfürhlichen Bericht!

Auch von mir etwas Mitgefühl, du hast halt jetzt recht anschaulich den Nachteil schwerer Stahlflaschen erlebt. Ganz besonders wenn du selbst noch etw. zierlich bist und es sich auch noch um die konkaven handelt. Letztlich lässt sich da für alles ne Lösung finden, aber gerade gerissene Bungees (wie realistisch das auch ist) sind für dich dann viell. nicht so lustig. Ich selbst hab 15L Stahl schon mal im Wasser nach hinten geklippt, aber ehrlich gesagt musste ich meine Kraft schon ganz schön zusammen nehmen und ich bin nicht gerade zierlich ;-).
Der Vorteil von Alus ist natürlich auch augenscheinlich und ich habe sie aus dem Grund auch immer gerne getaucht, man hat halt immer das Gefühl man ist unabhängig von der Flasche und "kann sie sich auch ans Ohrläppchen hängen" bzw. einfach alles mit ihr machen. Für mich selbst ist der Vorteil im OW-Bereich mit dem Bleimehrbedarf aber nicht so groß. Für mich ist die goldene Mitte die 12Kg 12L Leichtstahlflasche von Faber. Die hat fast alle Vorteile. Schmal, leicht an Land, trotzdem Bleiersparnis zu Alu und unter Wasser immer noch fast neutral. Das schöne an der Leichtstahl ist, dass wenn sie unter 100bar Pressluft hat, dann ist der Flaschenkörper fast neutral, nur der Kopf mit Regler ist negativ, d.h. wenn du mit nem Finger den Kopf unterstützt, dann schwebt sie waagrecht vor dir, während Alu hinten dann aggressiv steigt und du es sogar runterdrücken musst für ne restriction.

Das sind so meine Gedanken zum Material. Toitoitoi und Kopf hoch, wahrscheinlich hast du mit den Leichtstahl ein Aha-Erlebnis :). Aber wenn ihr sie rumliegen habt, teste natürlich auch Alu :). Und zu deiner Ehrenrettung für den ersten Sidemount-Kurstag war das durchaus ein straffes Programm!
Viele Grüße, Johannes

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Antares » Di, 26. Feb 2019, 15:54

Teste mal fast leere Stahlflaschen, vielleicht gibst du es nicht gänzlich auf. Aus der Erinnerung wolltet ihr auch Trimix tauchen. Mit einem Normox fühlen die sich dann so an, vielleicht gewinnt Stahl dann doch wieder an Attraktivität für dich/euch.

Sonst sehe ich auch eher die Zukunft in Alu für dich, was deine Bedenken so betrifft. Siehe da meine Vorredner.

Stahl(groß und schwer) und Freiwasser (also richtig vom Boot aus) ist so ziemlich echt der be....... Einstieg ins Wasser den man machen kann.

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Roby » Di, 26. Feb 2019, 17:53

Danke für Deinen anschaulichen Bericht. Deine Erlebnisse decken sich mit denen meiner Schüler. Logo, bestehende D12 auseinander bauen ist das ein. Das Auseinandergbaute aber zu beherrschen das andere. Klar, da gibt es Tricks und Kniffe. Aber letztlich sind auch Deine körperlichen Attribute/Ausstattung auch entscheidend.

Leichte Stahl werden sich für Dich am Ende top auszahlen. Entweder für anspruchsvolle Tx-TG oder TG mit hohem Gasbedarf/-vorrat. Spielerisch zeigen sich da die Alus.

Die Vor- und Nachteile haben meine Vorredner schon alle benannt. Aus diesem Grund bleibt ned viel als testen, ausprobieren und dann letztlich entscheiden.

Btw: Es gibt auch GUE-TLs, welche mit "leichten Stahls" (14,8kg/Stk.) in die Höhle SM gegangen sind. Am Ende dann verstanden, dass die schweren Pullen sich in Restrictions echt nicht einfach handeln lassen. Und es "mal angebracht sei", dass mit Alus zu testen. Joar... Kannst davon erzählen. Kannst berichten, dass Du solche Effahrungen gemacht hast. Kannst davon ausgehen, dass es selber erprobt wird. Und erwarten, dass Du das erwartete Feedback dann bekommst. Das Rad kann halt auch nur einmal erfunden werden...

Viel Erfolg weiterhin!
Vlg Euer Roby

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Alubuddel » Di, 26. Feb 2019, 18:34

Etwas off-topic - aber die Frage steht schon länger bei mir im Raum: Welchen Betriebsdruck haben denn die z.B. leichten Faber? Für mich läge der Benefit bei Stahl halt im Betriebsdruck von ~232 bar.
Viele Grüße
Markus

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Siikheard » Di, 26. Feb 2019, 19:45

Vielen lieben Dank schon mal für eure Zeit, die vielen Antworten und die aufmunternden Worte :wink2: Ein zurück auf Backmount gibt's für mich auf jeden Fall nicht. Ist nur die Frage mit welchen Flaschen der Weg weitergeht. Ich werde mich durchtesten.

Ja, der Kurs war im Trocki. Die angeschnittenen technischen Themen waren für mich schon okay. Ich bin ja schließlich TXR-Taucherin und angehende Technical Wreck, da muss das Boot sowas abkönnen :lachen:

@ Antares: Ich bin tatsächlich sein erster Stahlflaschentaucher, das wusste ich vorher. Kann gut sein, dass ein TL mit Stahlflaschenerfahrung die ein oder andere Übung nicht oder anders gemacht hätte. Guter Hinweis, dass sich die Flaschen mit Trimix anders verhalten.

@ Stunni: Danke für den Tipp bezüglich Flaschen anlegen. Das hatte ich so bisher noch nicht aufgeschnappt.

@ JoeHarness: Dass du dich mit den 15l auch schwer getan hast, ist interessant. Angeblich sind die ja auch nicht schlimmer, als meine konkaven 12l. Und neugierig bin ich jetzt auf die leichten 12l wirklich geworden.

Kann denn nicht schon Wochenende sein, ich will ins Wasser :mrgreen:

Grüße

Siikheard
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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Antares » Di, 26. Feb 2019, 20:05


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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Antares » Di, 26. Feb 2019, 20:23

@die Stahlfraktion + Siikheard (gerad' vom Kurs)

Wie sieht bei euch das Anlegeprocedere aus, wie ist die Flasche geriggt?

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon joebar » Di, 26. Feb 2019, 21:33

(Sehr) kurze Wege + 8.5 Konkav
Anrödeln am Auto, Choker um den Flaschenhals und am Schulter D-Ring einhängen

Langer Weg und / oder 12L Flaschen
Flaschen an oder in das Wasser. Falls Wasser zu tief Choker und an einem Seil anhängen.

Zuerst linke Flasche, dann rechte Flasche
Zuerst hinten befestigen, dann vorne in den Loop.

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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Stunmill » Di, 26. Feb 2019, 21:44

Antares hat geschrieben:
Wie sieht bei euch das Anlegeprocedere aus,

Katastrophal :pfeif:
Frag mal Frankentaucher :hahaha:

die 8,5er konkav bei Einstieg ohne Untergrund oder Sprung:
1. Karabiner an die StandardDringe
2. oben zusätzlich mit Choker ala Roby für den Notfall
3. floating loop anschlaufen
4. Choker lösen
5. Blubbern

Flachwassereinstieg
1. Luft in die Blase, rein bis Bauchnabel
2.dann die Karabiner an die Buttringe,
3. dann oben an den floating loop, die Choker überspring ich und geh gleich zu den Blubbern über :D

an meinen 15ern hab ich keine Choker. die sind so "leicht" die zicken voll noch wie leere Alus.
Da hab ich sogar noch Bleitaschen dran, mit 1 bzw 2kg Trimblei :roll: :angst:

Ach ja, hab auch schon ne 12er rangeflanscht zur 15, oder auch mal ne 5er, was grad so rumlag. Verzieht einem etwas die Spur, aber es erweitert den Horizont. Bisschen :-) Für was hab ich sonst diese teueren Trimbleitäschchen am Rig? :wink2:
Nur zum Müllsammeln??? :lachen:
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Re: Mein Sidemoun-Kurs

Beitragvon Stunmill » Di, 26. Feb 2019, 21:47

Alubuddel hat geschrieben:Etwas off-topic - aber die Frage steht schon länger bei mir im Raum: Welchen Betriebsdruck haben denn die z.B. leichten Faber? Für mich läge der Benefit bei Stahl halt im Betriebsdruck von ~232 bar.


232 bar ist schön, wenn du wen hast der das füllt oder kann oder will....
Oder aus ner 300er überströmt...
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Beitragvon Alubuddel » Di, 26. Feb 2019, 22:00

Das Füllen in der Garage wäre nicht das Problem - der kleine Capitano kann ja 330 bar...

Nur wie ich das sehe und vermutet habe benötigt höhere Druckfestigkeit mehr Material = mehr Masse :-(

Danke für den Link Antares
Viele Grüße
Markus


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