SM auf Bonaire

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Frankentaucher
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SM auf Bonaire

Beitragvon Frankentaucher » Mi, 18. Dez 2019, 10:13

Servusla!
Wollte einen kurzen Abriß meines Tauchurlaubs auf Bonaire abliefern...
Ich schloß mich einer Tauchgruppe an, die sich zwei Wochen auf Bonaire (eine der ABC-Inseln vor Venezuela) versenken wollte. Leider konnte unsere Organisatorin krankheitsbedingt nicht mit...
Nach dem Anflug mit Zwischenstop in Aruba kamen wir abends an und bezogen erstmal Quartier. In unserem Fall direkt an die Basis angegliedert in Appartements (einfach, aber zweckmäßig für je 2 Pers.). Am Folgetag dann einchecken, Formalitäten erledigen und ein Briefing über das Tauchen auf der Insel.
Fast die gesamte Westküste ist Tauchgebiet, nur eine Ausnahme im Nationalpark im Norden. Fast alle der rund 60 ausgewiesenen Tauchplätze sind mit dem Auto erreichbar und man geht vom Strand aus ins Wasser. Nur eine Handvoll ist nur per Boot erreichbar. Die vorgelagerte Insel Kleinbonaire bietet auch etliche Tauchplätze, muß aber mit dem Boot angefahren werden. Wir verzichteten darauf, da uns die Hauptinsel vollauf genügte.
Generell benötigt man eine Tauchgenehmigung der dortigen Naturschutzbehörde STINAPA, welche im Vorfeld via WWW für 45$ erworben werden sollte.
Mietwagen sind essentiell und für Taucher gibt es Pick-ups: 5 Sitzplätze und eine große Ladefläche für´s Gerödel. Sehr angenehm.
Da es zwar seit 01.10.19 einige Vorschriften und Verkehrsregeln auf Bonaire gibt, diese aber keinen interessieren, kann man auch auf der Ladefläche mitfahren. Richtig anarchisch fühlt sich das an, wie vor ´nem viertel Jahrhundert z.B. in Griechenland auch :grins:
Unsere Basis hatte (als einzige) auch Stahlflaschen. Meist 10 und 12 Liter für BM. Alu ist auch verfügbar. Sowohl Luft wie auch Nitrox.
Ich nahm meist zwei 10-ltr-Stahlflaschen und mein eigenes Rigging-Kit und nutzte sie für zwei TG! Die Ventile sind halt nicht ideal, aber damit kam ich klar. Zum Schluß hin nahm ich auch die "echten" SM-Flaschen" der Basis her: 5- und 7-ltr-Stahlflaschen, fertig geriggt. Hier paßten die Ventile (Brückenventile!), aber das Rigging war m.E. seltsam. Hab´s ignoriert und toleriert, wenn die Flaschen etwas krumm eingedreht hingen....
Der Check-TG wurde als "Blei-bestimmungs-TG" deklariert und war sehr entspannt.
Der Einstieg ist meist einfach (manchmal über kleine Felsstufen), aber das befestigen der Ausrüstung und Flossen anziehen usw. ist bei Wellengang etwas mühselig. 10 - 15m vom Auto zum Wasser, rein, fertig. Fast alle TP sind mit gelben Steinen am Straßenrand markiert und mit gelben Bojen im Wasser an der Riffkante. Die Kante ist meist noch ein gutes Stück vom Ufer weg. Die Amis schwimmen hin und tauchen dort ab, mir war das immer zu blöd (Welle usw.) und ich bin immer gleich runter und hab so auch viel gesehen! Bis zu 100m muß man also erstmal zur Kante zurücklegen. Meist Sandgrund mit Korallenblöcken. Aber trotzdem Fisch und Schildkröten und Kleinzeug für aufmerksame Beobachter. Die Riffkante beginnt meist bei 7-8m und fällt dann schräg ab bis 30-50m. Dann kommt wieder Sand.
Viel Fisch (nur Einheimische dürfen mit Leine ohne Netz um die Insel herum für den Eigenbedarf fischen!) und sehr viel Kleingetier. Barrakudas, Tarpoons, Doktorfische, Barsche, Papageifische, Falterfische, Schnapper, Kofferfische, Igelfische, Plattfische, Muränen, Rochen, uvm.! Makrofans finden gebänderte Scherengarnelen, Putzergarnelen die einem die Finger maniküren (Achtung: hab mal ned genau hingeguckt, dann war das stattdessen ein Pistolenkrebs - der hat mir eine geknallt!), Einsiedlerkrebse, Schnecken, Schlangensterne usw.! Highlight waren ein Fangschreckenkrebs und die riesigen Langusten und Bärenkrebse und wenig scheue Oktopoden! Schildkröten sind an manchen TP in größerer Zahl anzutreffen.
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Auch will ich die herrlichen Wracks erwähnen! Die "Hilma Hooker" ist das bekannteste. Genial! :staun: Dann gibt es noch einige kleine Schlepper, alle gut erreichbar mit max. 30m Tiefe.
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Nachttauchgänge sind ebenso einfach möglich. Hierbei erschrickt man immer, wenn die riesigen Tarpoons (>1m) von hinten in geringem Abstand überholen.
Einige Plätze werden genutzt, um Korallenbäume aufzustellen. Konstruktionen, an denen Korallenstücke aufgehängt werden, um diese zu vermehren und wieder auszusetzen. Obwohl die Riffe hier super aussehen, sind sie doch im Vgl. zu früher stark zurückgegangen, zumindest was bestimmte Arten betrifft.
Einziges Manko dieses Urlaubs waren die Moskitos, die in Divisionsstärke auftraten und den Aufenthalt im Freien ohne Wind fast unmöglich machten.
Ich versuche noch ein Bild zu finden und anzuhängen wenn möglich....
Bei Fragen jederzeit melden!
Grüße, Frank
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Alubuddel
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Re: SM auf Bonaire

Beitragvon Alubuddel » Mi, 18. Dez 2019, 18:51

Danke für den ausführlichen Bericht!
Viele Grüße
Markus


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